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Diskussion im Kreistag
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Diskussion im Kreistag

Main-Kinzig-Kreis

Mit rotem Koffer in die Zukunft

Im Gelnhausener Kreistag herrschen neue Verhältnisse: Nach 18 Jahren großer Koalition haben sich die Sozialdemokraten für eine Kooperation mit den 13 Grünen und der vierköpfigen Fraktion der Freien Wähler (FW) entschieden.

Von Jörg Andersson

Jahrelang markierte Rainer Krätschmer seinen Tisch an der Spitze der SPD-Reihen im Kreistag mit einem wuchtigen Hartschalenkoffer – fast wie ein Ausdruck unverrückbarer Standortbestimmung. Am Freitag hatte der Wächtersbacher Bürgermeister als Handgepäck ein auffällig rotes Exemplar gewählt, das er dann eine Stunde nach Sitzungsbeginn von seinem angestammten Platz direkt unter das Wappen des Main-Kinzig-Kreises am Panoramafenster zum Kinzigtal stellte.

Nach 25 Jahren als Fraktionschef ist Krätschmer (66) als Nachfolger von Hubert Müller (CDU) jetzt Kreistagsvorsitzender – die Wahl erfolgte per Handzeichen nahezu einstimmig. An seiner Stelle ist nun Rodenbachs Bürgermeister Klaus Schejna Wortführer der SPD, die mit 31 Sitzen nach nur fünf Jahren die CDU als stärkste politische Kraft wieder abgelöst hat.

Einschneidender als personelle Veränderungen ist der politische Richtungswechsel: nach 18 Jahren großer Koalition haben sich die Sozialdemokraten für eine Kooperation mit den 13 Grünen und der vierköpfigen Fraktion der Freien Wähler (FW) entschieden.

Trotz der Veränderungen solle man sich um eine „sachliche, ehrliche und konstruktive Arbeit“ bemühen, die sich zuvörderst an den Bürgerinteressen zu orientieren habe, sagte der frisch bis 2017 im Amt bestätigte Landrat Erich Pipa (SPD). Mit dem Ausbau erneuerbare Energien, dem demografischen Wandel und den unterfinanzierten Kommunalkassen stünden wichtige Entscheidungen und große Probleme bevor. „Gegenseitigen Respekt“ mahnte auch Alterspräsident Walter Kurzkurt (76) an, der sogar eingestand, als einstiger CDU-Fraktionschef mit „rustikalen Formulierungen“ mitunter über das Ziel hinausgeschossen zu sein.

Freie Wähler als Stabilisator

Unter der Regie von Krätschmer, der sich für den „überraschenden Vertrauensvorschuss“ bedankte, zog sich die konstituierende Sitzung durch einen Formfehler bei den Wahlen von Vertrauensleuten und Präsidium hin. Eine Pause, die Gelegenheit für Gespräche und Neuorientierungen bot. Als Stabilisator von Rot-Grün sind die Freien Wähler in die Mitte des Parlaments gerückt, was Jürgen Heim (71) sichtlich genoss. In den zehn Jahre als kleine Opposition „haben wir uns oft wie ein Schmuddelkind gefühlt“, sagte der Fraktionsvorsitzende neben seinem sichtlich gut gelaunten Amtskollegen Reiner Bousonville von den Grünen.

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