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Ein Blick in die zukünftige Mall im Forum Hanau auf dem Freiheitsplatz mit Sichtöffnungen ins Untergeschoss.

Hanau Freiheitsplatz

Der Rohbau wächst rasant

Die Bauarbeiten für das Forum Hanau auf dem Freiheitsplatz liegen im Zeitplan. Das riesige Untergeschoss mit zwei Tiefgaragen-Ebenen für rund 500 Stellplätze ist im Rohbau fast fertig,

Von Anne Lorenc

Ein Wald aus Stahlträgern im Inneren, Fassadenteile aus Beton ragen wie unregelmäßige Zahn-Fragmente in den Himmel, Mischmaschinen, sechs Riesenkräne, Bagger, viel Stahl und dazwischen ein Gewusel aus bunt behelmten Arbeitern: So sieht derzeit Hanaus größte Baustelle aus. Das Forum Hanau auf dem Freiheitsplatz ist deutlich über den Pflasterrand hinausgewachsen, und gestern bat die Stadt zu einem Presserundgang.

Nach zwei Terminverschiebungen im Vorjahr liege man derzeit voll im Plan, sagt Henning Christiansen, Projektleiter des Hamburger Investors HBB. Das riesige Untergeschoss mit zwei Tiefgaragen-Ebenen für rund 500 Stellplätze sei im Rohbau fast fertig, die darauf fußenden fünf Gebäudekomplexe mit dem kommerziellen Einkaufszentrum und städtischen Einrichtungen wie Stadtbibliothek und Medienzentrum wachsen so schnell, dass die Baustelle wöchentlich ihr Gesicht verändert.

Ende Oktober soll Richtfest gefeiert werden, im Mai 2015 können die Mieter mit ihrem Innenausbau beginnen, und im September 2015 soll Eröffnung sein. So skizzierte gestern Projektleiter Christiansen den Ablauf. Dafür, dass sich die vielen Firmen auf den verschiedenen Bauteilen nicht in die Quere kommen, sorgt Tobias Möllers, Projektleiter der GKK Ingenieurgesellschaft für Hochbau aus Berlin, spezialisiert auch auf Bauüberwachung.

Dabei hat Möllers nicht nur die Abläufe auf der Großbaustelle im Auge, sondern auch das Drumherum: An allen vier Seiten lässt die Stadt die Straßen erneuern, am nordöstlichen Rand entsteht der Zentrale Busbahnhof. Da will jede Anlieferung und jede Bewegung getaktet sein, wie beim Ballett.
Gearbeitet wird nach Angaben von Stefan Wessely, dem Projektleiter der ausführenden Baufirma Züblin, werktags von 7 bis 20 Uhr, samstags von 7 bis 16 Uhr. Ärger mit Anwohnern wegen des Lärms gebe es kaum, denn man halte sich penibel an die Auflagen. Seine Erfahrung: „Die Resonanz ist eher positiv.“

Rund 120 Rohbauer sind zurzeit auf der Baustelle beschäftigt, ein großer Teil davon Eisenflechter, zählt Wessely auf. Zu den Spitzenzeiten, wenn der Innenausbau hinzukommt, dürfte die Zahl auf rund 500 anwachsen, schätzt der Züblin-Mitarbeiter.

Wie Getreidegarben ragen Stangen aus dem Beton

Am höchsten ragt derzeit der Bauteil 5 in die Höhe. Auf dem ehemaligen Karstadt-Standort wächst das Ladenzentrum den vorgesehenen 16 Metern entgegen. An der Verlängerung der Hammerstraße, die das Areal in Nord-Süd-Richtung durchschneidet, ist der künftige Standort der gläsernen Brücke zu erahnen, die zum Bauteil 1 führen wird. Die Mall ist erkennbar. Auch wenn im Erdgeschoss dieses Komplexes nur dutzendweise die Stahlbündel wie Getreidegarben aufgereiht stehen, die ummantelt und als tragende Teile das Obergeschoss stützen werden.

Passanten werden den Anblick nicht mehr lange begutachten können. Am kommenden Freitag soll die Zuschauertribüne abgebaut werden. Denn die Außenmauern wachsen. „Dann ist nicht mehr viel zu sehen“, erklärt Tobias Möllers.

Der Einzelhandelsbereich, der rund 25 000 Quadratmeter und 80 Shops umfasst, sei zu 80 Prozent vermietet, sagt Christiansen. Die Gesamtkosten, einschließlich Mieter-Leistung, beziffert er auf „150 bis 200 Millionen Euro“. Zu den Mietern zählten ein Supermarkt, die gängigsten Filialisten, aber auch kleinere Geschäfte aus Hanau und dem Umland.

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