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Als Mittelbuchen 1971 nach Hanau eingemeindet wurde, verpflichtete sich die Stadt, bis 1973 einen Fuß- und Radweg bauen zu lassen. So richtig geklappt hat das bis heute nicht.
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Als Mittelbuchen 1971 nach Hanau eingemeindet wurde, verpflichtete sich die Stadt, bis 1973 einen Fuß- und Radweg bauen zu lassen. So richtig geklappt hat das bis heute nicht.

Radwege in Hanau

Riskante Radtour

Als Mittelbuchen 1971 nach Hanau eingemeindet wurde, verpflichtete sich die Stadt, bis 1973 einen Fuß- und Radweg bauen zu lassen. So richtig geklappt hat das bis heute nicht. Von Andreas Zitzmann

Von Andreas Zitzmann

Praktischer Verkehrsunterricht: Mit lautem Gerufe und Gejauchze stellen sich die Kindergartenkinder in einer langen Reihe an den Rand des Radwegs und lassen sehr ordentlich und sicher einen Radfahrer vorbeirollen.

Das haben sie gut gemacht. Anders wäre es aber auch nicht gegangen. Der Radweg zwischen Wilhelmsbad und Mittelbuchen ist - zumindest kurz vor dem 3000-Einwohner-Dorf - so schmal, dass im Begegnungsverkehr zweier Radler mindestens einer von ihnen aus dem Sattel steigen muss.

Das Problem ist so ganz neu nicht. Als Mittelbuchen 1971 nach Hanau eingemeindet wurde, verpflichtete sich die Stadt, bis 1973 einen Fuß- und Radweg bauen zu lassen. So richtig geklappt hat das bis heute nicht. Zwar gibt es den Weg, in einigen Abschnitten ist er auch ganz brauchbar, aber eben nicht durchgängig. Außerdem ist er an mehreren Stellen nicht nur zu schmal, sondern durch hartnäckig wachsendes Wurzelwerk holprig und uneben.

Wer die Landesstraße 3008, wie sie offiziell heißt, mit dem Auto benutzt, sieht ganz andere Prioritäten: Die Fahrbahn ist ein rechtes Flickwerk, die Höchstgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern bedeutet schon einen Testlauf für Stoßdämpfer und Federung. Kurz: Hier muss etwas geschehen.

Das denkt sich der Landtagsabgeordnete Aloys Lenz (CDU) auch schon lange und hat beim hessischen Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) nach dem Stand der Dinge gefragt. Demnach habe das Land "die Planung aufgenommen", den 3,1 Kilometer langen Abschnitt zu sanieren. Zunächst gehe es um die Landesstraße. Daneben genieße die Verbreiterung des Rad- und Fußwegs auf 1,1 Kilometern "oberste Priorität". Für beide Bauvorhaben seien 3,6 Millionen Euro vorgesehen. Wann die Straßenbauer anrücken, teilt Lenz aber nicht mit.

Bereits vor einem halben Jahr, so Lenz weiter, habe das Straßenverkehrsamt mit Grunderwerbsverhandlungen begonnen. Einige Grundeigentümer müssen einen Streifen ihrer Äcker und Wiesen abgeben, damit der Weg verbreitert werden kann.

Allerdings gibt es wohl zwei Eigentümer, die nicht mitziehen. Sollte die Stadt, die um Mithilfe bei dem Ankauf der Flächen gebeten wurde, keine Einigung erzielen, wäre ein aufwendiges Planfeststellungsverfahren notwendig. Um voranzukommen, sollen Straße und Weg getrennt saniert werden.

Die Lenzsche Initiative hat auch andere Politiker auf den Plan gerufen. So verwahrt sich SPD-Fraktionschefin Cornelia Gasche gegen den Vorwurf, die Stadt sei jahrzehntelang untätig gewesen. Schon 1991 habe die Stadt um die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens gebeten. Das Land selbst habe 2001 eine Verkehrszählung in Auftrag gegeben.

Verkehrsdezernent Axel Weiss-Thiel (SPD) wirft dem Land Versäumnisse vor: Immerhin werbe die landeseigene "Hessen-Tourismus" auch mit den Radfernwegen. Der Weg nach Mittelbuchen gehört dazu.

Da sieht Weiss-Thiel "einen tiefen Widerspruch" zwischen Wiesbadener Werbung und Hanauer Realität. Er verweist außerdem auf eine Aussage des Landesamts für Straßen- und Verkehrswesen vom Oktober 2008, wonach die Bauarbeiten erst für den Zeitraum nach 2013 vorgesehen seien. Also gilt auch weiterhin: langsam und vorsichtig fahren. Bis irgendwann.

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