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Rezepte von Markthändlern

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Von: Wiebke Rannenberg

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In einem Kochbuch steht der Hanauer Wochenmarkt im Mittelpunkt

Wer Kartoffeln anbaut, erntet nicht nur große, sondern auch kleine Knollen. Was also tun mit den kleinen, fragte sich Kartoffelbäuerin und Marktfrau Marlies Köhler aus Bruchköbel-Roßdorf – und garte sie mit Olivenöl, Knoblauch und Rosmarin im Ofen. Ein schnelles Rezept, das zu Gegrilltem gut den aufwendigeren Kartoffelsalat ersetzen könne, sagt sie.

Nachzulesen ist das Rezept im Kochbuch „Hanau Marktfrisch“, das Sarah Kampa, Leiterin der Thalia-Universitätsbuchhandlung, und Oberbürgermeister Claus Kaminsky am Samstag auf dem Wochenmarkt vorstellten. 24 Marktleute haben Rezepte beigesteuert, von der Hähnchenbrust auf warmem Kürbissalat von Dagmar und Wolfgang Lederer aus Stockstadt über süße Mohnlaibchen aus Kartoffeln, vorgestellt von Christine Vidot aus Rodgau, bis zu Frühlingskohlrabi mit Vogelsberger Lamm-Knobelinchen von Koch Jörg Leroy aus Linsengericht, der an Sommersamstagen seine mobile Küche vor dem Brüder-Grimm-Denkmal aufbaut. Dazu gibt es mit Rezepten wie Reiskuchen, Zitronencreme und Fleischpudding von Dorothea Grimm einen Ausflug ins frühe 19. Jahrhundert. Bei einem Rezept ist Vorsicht geboten: die Savonettes sind „nicht zum Verzehr geeignet“, warnt Herausgeberin Jutta Gondrom. Es sind Waschbälle aus Seifenresten, kreiert von Maria Rose aus Babenhausen.

Im Reinhold Gondrom Verlag, der zur Thalia Holding gehört, ist das 108-Seiten-Buch zwar mit einer Auflage von 3000 Exemplaren erschienen. Die Grundlagen dafür haben aber in sechs Monaten vor allem der Verein der Wochenmarktbeschicker, Kristine Becker vom Hanau Marketing, Sarah Kampa von Thalia und Marktmeister Victor Chrichton gelegt. „Die große Bandbreite“ der Beschicker werde in den Rezepten und Porträts deutlich, sagt Vereinsvorsitzender Eckhart Neun.

Geschichten über den Handel

Und für Kampa ist das Buch „ein Kompliment an Hanau und seinen Markt“. Immer wieder erlebe sie, dass die Menschen zwar bepackt mit schweren Taschen, aber „ganz entspannt“ vom Markt in die Buchhandlung kämen, erzählt sie. Die gebürtige Kölnerin ist seit eineinhalb Jahren in der Stadt und erlebt die Hanauer als „sehr nett und engagiert“.

Für Neubürger wie Kampa, aber auch für Eingesessene hat Becker dafür gesorgt, dass in „Marktfrisch“ auch einiges zu lesen ist über die Geschichte der Stadt und des Marktes, der heute „einer von Hessens schönsten und größten Wochenmärkten ist“. Und sie hat auch schon ein Rezept gefunden, das sie nachkochen will: Die Zucchini-Handkäs’-Suppe. Marktmeister Crichton mag es herzhafter: Sein Blick fällt beim ersten Durchblättern auf das Black Agnus Roastbeef mit Pfifferlingen, vorgeschlagen von Regina Frisch aus Obermörlen.

Hanau Marktfrisch kostet 16,90 Euro und ist zu kaufen bei Thalia, Hammer-straße 5, im Stadtladen im Rathaus am Markt und bei Marktleuten.

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