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Auch die Laubfrösche leiden unter der Trockenheit.
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Auch die Laubfrösche leiden unter der Trockenheit.

Main-Kinzig-Kreis

Rettet den Laubfrosch

Nahezu überall in Land und Kreis ist er seit Jahrzehnten auf dem Rückzug: der als Wettersymboltier bekannte europäische Laubfrosch. Doch das soll sich jetzt ändern - in den Kinzigauen gibt es auch schon Erfolge.

Von Jörg Andersson

Mit Beginn der Balzzeit im Mai intensiviert die Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung (GNA) jetzt ein Schutzprojekt, um das längst auf der Liste der bedrohten Arten geführte Tier zu erhalten.

In den Kinzigauen zwischen Langenselbold und Hasselroth findet sich nach Angaben der Projektleiter Susanne Hufmann und Günter Könitzer das letzte hessische Revier, in dem die Population des Laubfroschs nicht schrumpft. Um Hyla arborea, so seine wissenschaftliche Bezeichnung, zu schützen, legt die GNA dort Kleinstgewässer an, in denen die Amphibien reichlich neue Laichplätze finden.

Mit seiner leuchtend grünen Oberseite ist der Laubfrosch in seinem natürlichen Umfeld gut getarnt. Bauch und Innenseiten der Beine sind hellgrau, und ein auffälliger dunkler Streifen zieht sich von den Nasenlöchern bis zur Hüfte. An Fingern und Zehen besitzt der Laubfrosch Haftscheiben. So ist er das einzige Amphib in Deutschland, das auf Sträucher und Bäume klettern kann. „Der Begriff Wetterfrosch kommt daher, dass die Tiere an warmen Tagen höher klettern als an regnerischen, da sich auch ihre Nahrung wie Fliegen, Mücken und Käfer an sonnigen Tagen in größerer Höhe aufhält“, weiß Susanne Hufmann.

Der Laubfrosch ist knapp fünf Zentimeter groß und wiegt kaum über sieben Gramm. Als Laichgewässer dienen ihm flache Mulden mit niedriger Ufervegetation, die sich schnell erwärmen: Weiher, Tümpel und Gräben. Die Balzrufe der Männchen sind derzeit bis in die Nacht zu hören – und das bei Lautstärkepegeln von bis zu 90 Dezibel noch in 2000 Metern Entferung. Die Froschlarven ernähren sich überwiegend von Algen. Selbst werden sie von Fischen, Molchen oder Großlibellen gefressen.

Durch Begradigung von Fließgewässern, Verfüllung von Gräben und erhöhte Nährstoffeinträge sind viele Lebensräume verlorengegangen. In Hessen sind nur noch in der Wetterau, den Randbereichen des Vogelsbergs, dem Landkreis Darmstadt-Dieburg und in der Kinzigaue zwischen Rodenbach und Gelnhausen größere Laubfroschvorkommen bekannt.

Mit dem von der Dr.-Herbert-Münzer-Stiftung geförderten Projekt in den Kinzigauen ist ein Verbundsystem von Lebensräumen und Laichplätzen im Aufbau. Darin bildeten sich oft sogenannte Metapopulationen aus, bei denen sich Individuen von mehreren Laichgewässern austauschten, berichtet Biologin Hufmann. Auf einer Länge von drei Kilometern betreut die GNA mehr als 14 Tümpel, Gräben und Flutmulden, die zum Teil neu angelegt wurden.

Seit 2007 habe sich die Laubfroschpopulation „stetig erhöht“, berichtet die Prokektleiterin. Bisher sind schon fünf der 14 Kleingewässer dauerhaft besiedelt. In diesem Frühsommer macht den Laubfröschen allerdings die enorme Trockenheit zu schaffen: Erste Tümpel sind vollständig ausgetrocknet, einige Vorkommen schon verschwunden. Zur Rettung der Tierart sucht die GNA jetzt Laubfroschpaten.

Spenden: Raiffeisenbank Rodenbach, BLZ 506 636 99, Konto 1070800. Stichwort: Laubfrosch.

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