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Restlos rastlos auf der Autobahn?

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Im Main-Kinzig-Kreis soll ein neuer Rasthof entstehen. Unser Archivbild zeigt die bereits bestehende Anlage Taunusblick in Frankfurt.
Im Main-Kinzig-Kreis soll ein neuer Rasthof entstehen. Unser Archivbild zeigt die bereits bestehende Anlage Taunusblick in Frankfurt. © Andreas Arnold

Die Diskussion um eine neue Raststätte an der A66 geht weiter - der FDP ist eine Anlage zu wenig, der Linken zu viel. Falls die Stadt Maintal dem Bau grundsätzlich zustimmt, prüft erst mal das Verkehrsministerium.

Von Rebekka Sambale

Rastanlage oder keine Rastanlage? Ob sich Autofahrer zukünftig in der Nähe von Maintal ausruhen können, bleibt weiter unklar. Sicher ist: Eine Meinung zu dem Projekt hat irgendwie jeder.

Der Kreistag hatte sich bereits grundsätzlich für den Bau einer Raststätte auf dem Abschnitt der Autobahn 66 zwischen Schlüchtern und Maintal ausgesprochen. Jetzt befinden sich die Befürworter „in der Findungsphase für einen geeigneten Standort“, wie Bundes- und Kreistagsabgeordneter Peter Tauber (CDU) mitteilt.

Angedacht war ein möglicher Bau im Gewerbegebiet Bischofsheim. Dazu müsse, laut Tauber, erst einmal geklärt werden, ob die Stadt Maintal zu einem solchen Projekt bereit ist. Die Anfrage habe er bereits gestellt. Sobald diese genehmigt sei, folge eine sogenannte „Standort- und Wirtschaftlichkeitsprüfung“. Dabei überprüft das Verkehrsministerium, ob sich der Neubau überhaupt lohnt.

Durch den Bau dürfen keine anderen Raststätten in ihrem Umsatz gefährdet werden. Auch wird geprüft, welche Autofahrer die Rastanlage vor allem aufsuchen würden. Das spiele eine Rolle, „da etwa Berufspendler in der Regel keine Serviceleistungen auf der Autobahn in Anspruch nehmen“, wie Tauber mitteilt.

Zu den klaren Befürwortern des Projektes zählt auch die FDP-Fraktion. Im Juni hatte sie sich mit einem Antrag im Kreistag für den Bau einer bewirtschafteten Rastanlage oder eines Autohofes eingesetzt. Für einen langfristigen dreispurigen Ausbau der A 66 hatte sich die Partei damals ebenfalls stark gemacht. Auch wenn die neue Raststätte tatsächlich entstehen sollte – der FDP geht das nicht weit genug, wie aus einer aktuellen Pressemitteilung hervorgeht. „Das Bedürfnis nach Mobilität ist viel größer und kurze Pendelzeiten sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor“, sagt FDP-Kreispolitiker Conrad Buchholz und plädiert für einen weiteren Neubau im östlichen Teil der A 66.

Sechs Rastanlagen an der Autobahn seien bereits in Planung oder im Bau, eine siebte sei zu viel, beklagt sich die Linke. „Es gibt überhaupt keinen Beleg für eine Nachfrage nach solch vielen Anlagen“, sagt Landratskandidat Andreas Müller. Er spricht von einer hohen Belastung der Steuerzahler und „unausgegorenen“ Plänen.

Ein „Placebo“ nennt unterdessen Reiner Bousonville, Fraktionschef der Grünen, das Projekt. Die aktuelle Diskussion diene nur dazu, von einem mangelnden Ausbau des Nahverkehrs im Kinzigtal abzulenken. Im Kreistag hatte seine Fraktion den Antrag der FDP abgelehnt. Auch Sorgen um Eingriffe in die Landschaft treiben die Grünen um. Ein Argument der Befürworter – die Rastanlage entlaste die A 66 und könne Staus vermeiden – ist für die Partei ebenfalls unrealistisch. „Wir brauchen einen Ausbau der Schiene im Kinzigtal“, fordert Bousonville als Alternative.

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