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Daniel Nachtigal (rechts) ist Gastgeber der Tagung von Regionalbuchverlagen aus ganz Deutschland im Schloss Philippsruhe.

Hanau

„Regionale Themen sind populär“

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Daniel Nachtigal, der neue Leiter des Cocon Verlags, spricht im Interview mit der Frankfurter Rundschau über Klassiker, Trends und E-Books.

Herr Nachtigal, was sind die Schwerpunkte, die Sie im neuen Jahr und mit neuer Geschäftsform setzen wollen?
Unsere Schwerpunkte bleiben bewährte Projekte, also regionale Titel. Wir wollen uns diesbezüglich aber weiter ausdehnen. Momentan ist unser Kerngebiet der Main-Kinzig-Kreis mit Frankfurt und Offenbach. Wir wollen noch weiter ins Nordhessische, was wir jetzt schon mit dem Titel „99x Gießen“ gemacht haben.

Bleiben die Ausflugsführer also die „Kinder“ des Cocon Verlags?
Wir werden natürlich weiter Ausflugsbücher bringen, die sind unser Kerngeschäft. Da wird es in diesem Jahr mit „Vogelsberg entdecken und genießen“ weitergehen, in einer Reihe, die wir mittlerweile schon mit mehreren Titeln haben. Die regionalen Kochbücher, unsere populärste Reihe, werden auch weiter ausgebaut. Da sind neu die „Rheingauer Küchengeschichten“ hinzugekommen. Zudem wird es weiterhin Begleitbände zu Ausstellungen in der Region und historische Themen geben.

Die Klassiker bleiben also – was ist neu?
Wir wollen die Tradition definitiv beibehalten, auch unter neuer Regie. Natürlich gibt es das ein oder andere Projekt, das früher nicht aufgenommen wurde, und das jetzt etabliert wird.

Zum Beispiel?
Wir haben jetzt ein Buch in Planung, gemeinsam mit der Hochschule für Gestaltung Offenbach (HFG). Es ist ein Wimmelbild-Buch einer Künstlerin der HFG. Das wird ein großformatiges Buch in einer kleinen Auflage, das würde ich sehr gerne machen. Wir wollen auch mehr Belletristik verlegen, natürlich weiterhin mit regionalen Autoren. Da sind wir weiterhin auf der Suche nach guten Manuskripten, seien es Krimis oder historische Romane. Die Belletristik können wir auch eher im E-Book-Markt verkaufen. Das ist ein kleines Zubrot, das dem Verlag sicher gut steht.

Als kleiner Regionalbuchverlag – inwieweit müssen oder wollen Sie bei den digitalen Formaten mithalten?
Unsere Strategie ist: Wir setzen alle unsere belletristischen Werke als E-Book um und schauen was passiert. Ausflugsführer oder Kochbücher eigenen sich nicht als digitales Buch. Wir verkaufen von allen Titel zusammen so ungefähr 200 E-Books im Quartal, das ist okay, dafür, dass nicht viel mehr Arbeit dahintersteckt. Es wird von unseren Kunden auch nur dezent nachgefragt. Das deckt sich aber mit den allgemeinen Zahlen – in Deutschland hat der E-Book-Markt einen Anteil von drei bis vier Prozent.

Wie sieht es aus mit der Konkurrenz in der Region?
Wir haben keine direkte große Verlagskonkurrenz. Wir suchen uns einfach unsere Sachen gezielt aus und versuchen, die Titel rauszufischen, hinter denen wir stehen und die wir vermarkten können.

Welche Trends sehen Sie in Zukunft?
Die regionalen Themen, denn die werden auch immer populärer bei jüngeren Lesern. Auf den Markt zu gehen oder in der Region zu wandern und Rad zu fahren wird bei jungen Leiten immer beliebter. Ich denke, durch den Aufstieg des Regionalen und die Wertschätzung, die ihm entgegen kommt, haben wir einen Vorteil.

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