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Bürgerhof Ostheim

Raum für Geschichte

Der Bürgerhof Ostheim wird dieses Jahr saniert. Er soll genug Platz für Seniorenbeirat, Landfrauen und weitere Ostheimer Vereine bieten.

Von Nikolas Sohn

Bislang ist die Sammlung des Ostheimer Geschichtsvereins mit ihren 3000 Exponaten nur sporadisch und auf Anfrage geöffnet. Jetzt, nach dem fünfundzwanzigsten Vereinsjubiläum, soll sich das ändern – und vieles mehr im zukünftigen Bürgerhof. Die fränkische Hofreite an der Limesstraße, wo die historische Ausstellung seit 1987 untergebracht ist, wird jetzt als Treffpunkt des dörflichen Lebens endgültig institutionalisiert.

Mitte Januar soll ein Trägerverein gegründet werden, Ende des Jahres die Sanierung des Anwesens abgeschlossen sein. Dieses soll genug Platz für Seniorenbeirat, Landfrauen und weitere Ostheimer Vereine bieten. „Bis dahin war es ein langer Weg mit vielen, teilweise ärgerlich-fruchtbaren Diskussionen“, sagt Heinrich Pieh, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins. Die Finanzierung des Unterfangens – lange Zeit ein Hauptproblem – ist jetzt geklärt.

Nachdem das hessische Sozialministerium überraschend 150000 Euro Fördergelder in Aussicht gestellt hatte, sagte auch die Stadt Nidderau ihre Unterstützung zu: Weitere 70000 Euro gehen in den gemeinschaftlichen Topf. Den Rest will die Ostheimer Vereinsgemeinschaft tragen, dabei viele Renovierungsarbeiten selbst vornehmen. Insgesamt soll die Sanierung mit 315000 Euro zu Buche schlagen bei Nebenkosten um die 2000 Euro pro Jahr, so Pieh. „Das sind Kosten, die der Nidderauer Magistrat wegen der angespannten Haushaltslage bisher nicht bereit war mitzutragen“, berichtet Pieh. Um- und aufgebaut werden soll zunächst der frühere Wohntrakt. Scheune und Stallungen sind nicht im Paket enthalten. Das Gehöft, bis 1988 in Privatbesitz, dann von der Stadt aufgekauft, soll im Frühjahr 2013 für den symbolischen Preis von einem Euro von der Gemeinschaft erworben werden.

Bereits 2010 stellte der Vorstand der Vereinsgemeinschaft dem Stadtparlament das Nutzungskonzept vor: Bürgerhof Ostheim – Alle unter einem Dach. Gelebt wird dieses schon seit 25 Jahren. „Die Idee im Jahre 1973, einen Geschichtsverein zu gründen“, so Pieh, „geht auf den gescheiterten Versuch von ein paar jungen Wilden zurück, gegen die Eingemeindung Ostheims nach Nidderau zu rebellieren.“ Im Mitteilungsblatt der Gemeinde lautete der Aufruf, „die Vergangenheit Ostheims wenigstens noch bruchstückhaft zu erhalten“.

Einige Fragmente finden sich in der Sammlung. Besonders prägend für das Ostheim des vergangenen Jahrhunderts waren das Diamantschleifer-Handwerk, ein Ziegeleibetrieb, damals größte Arbeitgeber, sowie die landwirtschaftlichen Betriebe. Die jetzige Ausstellung zeigt den Wandel des Ortes von Landwirtschaft und Handwerk bis zur späteren Industriearbeit. Zahlreiche Fotostrecken in schwarz-weiß und originalgetreu nachempfundene Arbeitsplätze füllen die Räume. Eine Bäckereitheke und ein blauer Prachtherd aus den 1950er Jahren sowie eine Wohnungseinrichtung aus den 1920ern sind Zeugnisse der damaligen Lebensweise.

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