Etwa 20 Silberreiher halten sich zurzeit im Main-Kinzig-Kreis auf. Die aktuellen Beobachtungen sind in allen Ecken des Kreises gemacht worden: Kurt Ullrich erblickte den großen Vogel mit dem reinweißen Gefieder im äußersten Südwesten in Großkrotzenburg, Uli Paul bei Büdesheim, Wilfried Huhn in Hochstadt, Karin Adolph nahe Niedergründau, Herbert Woy ganz oben im Nordosten von Fischborn, Irmgard Schultheiss im Jossgrund und Horst Basermann bei Steinau. Meist waren es ein oder zwei Exemplare, allerdings wurden auch schon Trupps von vier bis sechs Tieren gesichtet.
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Etwa 20 Silberreiher halten sich zurzeit im Main-Kinzig-Kreis auf. Die aktuellen Beobachtungen sind in allen Ecken des Kreises gemacht worden: Kurt Ullrich erblickte den großen Vogel mit dem reinweißen Gefieder im äußersten Südwesten in Großkrotzenburg, Uli Paul bei Büdesheim, Wilfried Huhn in Hochstadt, Karin Adolph nahe Niedergründau, Herbert Woy ganz oben im Nordosten von Fischborn, Irmgard Schultheiss im Jossgrund und Horst Basermann bei Steinau. Meist waren es ein oder zwei Exemplare, allerdings wurden auch schon Trupps von vier bis sechs Tieren gesichtet.

Main-Kinzig-Kreis

Rarität auf Mäusejagd

Noch vor 30 Jahren war es eine ornithologische Sensation, einen der Vögel in Deutschland zu beobachten. Jetzt sind gleich 20 Silberreiher auf einmal im Kreis aufgetaucht. Von Jörg Andersson

Die aktuellen Beobachtungen sind in allen Ecken des Main-Kinzig-Kreises gemacht worden: Kurt Ullrich erblickte den großen Vogel mit dem reinweißen Gefieder im äußersten Südwesten in Großkrotzenburg, Uli Paul bei Büdesheim, Wilfried Huhn in Hochstadt, Karin Adolph nahe Niedergründau, Herbert Woy ganz oben im Nordosten von Fischborn, Irmgard Schultheiss im Jossgrund und Horst Basermann bei Steinau. Meist waren es ein oder zwei Exemplare, allerdings wurden auch schon Trupps von vier bis sechs Tieren gesichtet.

Die Wintergäste haben sich mit der Region vertraut gemacht: Es sind Silberreiher. Werner Peter, seit Jahrzehnten in Diensten der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), schätzt ihre Zahl im Main-Kinzig-Kreis derzeit auf 15 bis 20.

Die langhalsigen Tiere haben einen gelben Schnabel und schwärzliche Beine. "Sie können nur bei sehr schlechten Sichtverhältnissen oder großer Entfernung mit Störchen verwechselt werden", sagt der Vogelschützer aus Freigericht.

Noch vor dreißig Jahren war es eine ornithologische Sensation, einen Silberreiher in Deutschland zu beobachten, weiß der Fachmann. Denn die Großvögel brüteten zu wenigen Hundert in Europa ausschließlich im pannonischen Raum von Österreich und Ungarn um den Neusiedler See und den Balaton.

Nester mitten im Schilf

Seit den achtziger Jahren verzeichnet die Silberreiherpopulation eine merkliche Bestandszunahme und wurde zunächst auch in Spanien, Frankreich, Italien und Polen heimisch, berichtet Peter. Ihre großen Nester errichten die Schreitvögel meist auf dem Boden mitten im Schilf oder auf niedrigen Weiden.

Bestandszunahme und Brutarealerweiterung stehen im Einklang mit der Erschließung neuer Nahrungsquellen. Der ursprüngliche Fischfresser hat seine Nahrungspalette um Mäuse und wirbellose Tiere erweitert.

Nach wie vor halten sich Silberreiher hierzulande nur vorübergehend auf. Noch immer fehlt der erste deutsche Brutnachweis. Falls der positive Bestandstrend in Mitteleuropa anhält, dürfte es bis dahin allerdings nicht mehr lange dauern, ist sich Peter sicher.

Die weißen Wintergäste bevorzugen Wiesenauen und die offene Feldflur, wo sie auf Mäuse lauern, da die stehenden Gewässer im Kreisgebiet nahezu alle komplett zugefroren sind. Um unnötige Energieverluste zu vermeiden, bittet die HGON darum, die Nahrung suchenden Vögel nicht zu stören. Spätestens Mitte März werden die Silberreiher laut Peter in ihre südlichen und östlichen Brutgebiete zurückkehren.

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