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Christoph Kaiser weiß, was Kunden wollen.
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Christoph Kaiser weiß, was Kunden wollen.

Einzelhandel in Hanau

Rabatt per Postkarte

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Von Offenbach lernen, mehr Umsatz zu machen – das wollen zwölf Geschäftsinhaber in der Hanauer Innenstadt. Sie starten dazu jetzt eine Werbeaktion.

Die Besitzer von Fachläden haben sich zur Werbegemeinschaft „HaNow“ zusammengeschlossen. Die Inhaber wollen ihren Kunden vier Mal pro Jahr eine Postkarte schicken, die zugleich als Gutschein für Rabattprozente fungiert. Mindestens zehn Prozent müssen es sein: „Darunter geht nichts“, sagt Christoph Kaiser, Initiator der Aktion und Besitzer von Betten-Kaiser.

„Vor zweieinhalb Jahren habe ich das Konzept mit Offenbacher Fachhändlern verwirklichen können“, berichtet Kaiser, der auf der anderen Mainseite eine Zweigstelle betreibt. Die Erfahrungen dort bezeichnet er als „sehr gut“. Die Leute nutzten die Rabatte und suchten Geschäfte auf, die sie zuvor noch nicht kannten. „Die Postkarte ist der Türöffner.“

Das Konzept beruht auf einem Direkt-Mailing. Jeder Teilnehmende der Initiative schreibt seine Kunden an, die er in einer Kartei registriert. Alle Läden benutzen dieselbe Werbekarte. Das Prozedere wird einer Agentur übertragen, damit keine zusätzliche Arbeit entsteht. „Die Kosten teilen sich die Geschäftsleute. Der Preis pro Postkarte liegt bei rund vier Cent. Das ist verführerisch wenig Geld“, sagt Kaiser. Auf den Zukauf von Adressen wird aus finanziellen Gründen verzichtet.

In Offenbach werden dennoch immerhin auf einen Schlag mehr als 10000 potenzielle Kunden direkt angesprochen – in Hanau sollen es laut Kaiser mehr als 18000 sein. Für ihn ist das Direkt-Mailing nichts Neues. „Unser Unternehmen hat mit dieser Art der Werbung seit 1981 beste Erfahrung gemacht“, sagt er. Im Gegensatz zu Offenbach, wo der Familienbetrieb seit 1968 ein Geschäft unterhält, kam in Hanau für die Initiative wenig Begeisterung auf – zumindest nicht im Marketing- Verein (HMV). „Als ich dort vor zwei Jahren das Konzept vorstellte, hat man mir nicht zugehört“, bedauert Kaiser.

Erst als er auf Anregung einer Offenbacher Kollegin vor einigen Wochen noch einmal nachhakte, fand er Gehör – allerdings bei der städtischen Marketing-Gesellschaft (HMG). Die konnte ihm auch gleich einen Interessenten vermitteln. Dann dauerte es nicht lange, bis über Mund-zu-Mund-Propaganda das Dutzend voll war. „Zwölf inhabergeführte Geschäfte sind das ideale Maß“, notiert Kaiser. Zum verkaufsoffenen Sonntag am 9. Januar soll die erste Kartenaktion starten.

Ein Anreiz ist nötig

Bisherige Imagekampagnen, wie sie etwa die Anliegergemeinschaft Rosenstraße betreibt, hätten laut Kaiser zwar ihre Daseinsberechtigung, lockten die Leute aber kaum ins Geschäft. „Der Kunde verliert schnell die Lust an Imagewerbung. Er will einen deutlichen Vorteil, beispielsweise durch einen guten Rabatt.“

Gotthard Klassert, Vorsitzender des privaten HMV, sieht in der Gründung von „HaNow“ keine Abspaltungstendenzen. „Alles, was der Innenstadt mehr Kunden und Umsatz bringt, ist zu begrüßen“, sagt er. Der Fachhandel müsse jede Möglichkeit nutzen, um sich gegenüber dem künftigen Einkaufszentrum am Freiheitsplatz stark aufzustellen. Der Marketing-Verein sei für Einzelinitiativen wie „HaNow“ jedoch bereits zu groß.

Als „schöne Ergänzung“ bezeichnet Martin Bieberle, Chef der städtischen HMG, die neue Gruppierung. Die Gesellschaft und Kaiser haben denn auch eine gemeinsame Pressemitteilung herausgegeben. „Eigeninitiativen sind immer erwünscht“, so Bieberle. „Hauptsache, das Geld bleibt in Hanau und wird nicht in Aschaffenburg oder anderswo ausgegeben.“

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