Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Vor fünf Wochen hatten Brandstifter Feuer im historischen Gebäude der Kleinen Parkwirtschaft gelegt.
+
Vor fünf Wochen hatten Brandstifter Feuer im historischen Gebäude der Kleinen Parkwirtschaft gelegt.

Hanau

Provisorium für Parkwirtschaft

  • Gregor Haschnik
    VonGregor Haschnik
    schließen

Nach der Brandstiftung treibt der Pächter der Kleinen Parkwirtschaft im Kurpark Wilhelmsbad eine Zwischenlösung in Containern voran. Ob und wie das heruntergebrannte Gebäude neu errichtet wird, ist noch fraglich.

Der Pächter der abgebrannten Kleinen Parkwirtschaft im Kurpark Wilhelmsbad hat auf eigene Kosten Restaurant-Container geordert, um dort vorübergehend Gäste bewirten zu können. Wie die Stadt Hanau mitteilt, können dort auf etwa 180 Quadratmetern 50 Besucher Platz finden. Auch Küche, Theke und Toiletten sind dort untergebracht. Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) hat die baurechtliche Genehmigung für die Zwischenlösung erteilt. Die Container könnten demnach ab Juli im Innenhof zwischen Remisen und Kleiner Parkwirtschaft stehen, neben einem Biergarten.

Schon jetzt bietet der Pächter auf dem Gelände des Minigolfplatzes täglich ab 11 Uhr Gegrilltes und zahlreiche Getränke an. Die Minigolfanlage, die ebenfalls in Flammen stand, hat die Pächter-Familie bereits kurz nach dem Brand wieder aufgebaut und geöffnet. Das betroffene Areal gehört dem Land, zuständig ist die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen. Deren Direktor Karl Weber äußert sich vorsichtiger, was die Zwischenlösung angeht. „Grundsätzlich sind wir uns einig und arbeiten unter Hochdruck an einer Lösung, aber es müssen noch einige Fragen geklärt werden“, sagt Weber und nennt den genauen Standort sowie spezielle Anforderungen an Küche und Sanitäranlagen als Beispiele.

Fraglich sei auch, ob die Container rechtzeitig geliefert werden könnten, da die Nachfrage derzeit hoch sei. Ähnliche Container würden zum Beispiel von Schulen gebraucht, die sich im Umbau befinden, oder als Flüchtlingsunterkünfte.

Ob und wie die Kleine Parkwirtschaft neu errichtet wird, sei offen, so Weber. Gutachter untersuchten derzeit die übrig gebliebene Bausubstanz. Die Frage der Finanzierung sei ungeklärt, ebenso wie die Versicherungsfrage. Um Letztere beantworten zu können, müssten die Ergebnisse der Ermittlungen abgewartet werden. Bei einem Wiederaufbau müsste unter anderem die Parkplatzsituation vor Ort und die derzeitige Erneuerung der angrenzenden Landesstraße 3008 bedacht werden, sagt Weber.

Hoffen auf Unterstützung

Der Brand und seine Folgen machen dem Pächter der Parkwirtschaft schwer zu schaffen, die wirtschaftliche Existenz ist bedroht. Aber die Pächter-Familie gibt nicht auf. Zuversichtlich stimmt sie, dass ihnen viele Gäste auch in dieser schwierigen Zeit die Treue halten. Sie brauchen Unterstützung, weil sie gerade in der jetzigen Hochsaison Einbußen haben und das Provisorium zumindest vorfinanzieren müssen. Deshalb hoffen sie auf Investoren. Einige Hanauer, denen die Parkwirtschaft am Herzen liegt, planen derweil, eigens einen Förderverein dafür zu gründen.

Bei dem Brand Anfang Mai war ein Schaden von mehreren hunderttausend Euro entstanden. Das Lokal sowie das Kassenhäuschen des Minigolfplatzes brannten komplett aus.

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln und gehen von Brandstiftung aus. Sie prüfen auch, ob es eine Verbindung zu einem Mafia-Prozess gibt. Ende 2013 hatte der Pächter gegen Mitglieder der ‚Ndrangheta‘ ausgesagt, die ihn laut Abhörprotokoll bedroht haben. Vier Männer mussten sich damals vor dem Landgericht Hanau verantworten. Sie sollen Wirte aus dem Rhein-Main-Gebiet gezwungen haben, ihnen Wein zu überhöhten Preisen abzukaufen. Zwei der Beschuldigten sind wegen räuberischer Erpressung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft liegt zu den aktuellen Ermittlungen noch kein Ergebnis vor.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare