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An Ballonbündeln lassen die Schüler der Tümpelgarten-Schule ihren Protest aufsteigen.
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An Ballonbündeln lassen die Schüler der Tümpelgarten-Schule ihren Protest aufsteigen.

Tümpelgarten-Schule in Hanau

Protest per Luftpost

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Die Tümpelgarten-Schüler lassen Ballons steigen: Mit der Aktion der Schülervertretung soll gegen die von der Stadt geplante Schließung des Haupt- und Realschulzweigs sowie der Förderstufe ab dem Schuljahr 2015/16 protestiert werden.

Kinder und Jugendliche der Tümpelgarten-Schule (TGS) ließen gestern Mittag hunderte Aufrufe, Kampfansagen und Bekenntnisse an großen Luftballonbündeln gen Himmel steigen. Mit der Aktion der Schülervertretung soll gegen die von der Stadt geplante Schließung des Haupt- und Realschulzweigs sowie der Förderstufe ab dem Schuljahr 2015/16 protestiert werden. Die Finder der Luftpostkarten werden in einem Text über das Schicksal der Schule informiert und zum Mitmachen bei der Rettung aufgefordert.

Viele der rund 650 Kinder und Jugendlichen machten zudem die blanke Rückseite der Karte mit einem persönlichen Appell und Zeichnungen quasi zur Vorderseite. „Help!!!“, malte Tom groß mit dickem Buntstift auf seine Karte. „Wir wollen nicht, dass unsere Schule geschlossen wird“, heißt es ebenso in bunt auf einer anderen Karte, die zudem mit einem tränenreichen Mädchengesicht und einem Amorherz mit der Inschrift „TGS“ versehen worden ist. Alle Schüler haben teilgenommen, sagte Vertrauenslehrerin Sezi Eruygun, die mit ihrem Kollegen René Fehr die Aktion begleitete. Der möglicherweise weit über das Stadtgebiet vom westlichen Wind hinausgetragene Protest soll seine Nachwirkung mit einem Videoclip erhalten, der nach den Feiertagen im Internet angesehen werden kann.

Keine sinkenden Schülerzahlen

Schulleiterin Siggi Lotz-Schäfer lobte das Engagement der Schülervertretung, die die Aktion aus eigener Kraft gestemmt habe. Bereits Tage zuvor hatte die SV den Hanauer Schuldezernenten Axel Weiss-Thiel (SPD) zu einer Fragestunde eingeladen. Nach den Weihnachtsferien schließt sich eine Podiumsdiskussion an. Lotz-Schäfer wollte jedoch noch keinen Termin nennen. Es sei noch nicht sicher, wann die gewünschten Teilnehmer Zeit hätten.

Sollte der Protest die Stadt nicht umstimmen können, wird die Sekundarstufe 1 nach den Sommerferien 2015 ein Auslaufmodell sein. Neue Schüler würden für diese Stufe nicht mehr aufgenommen. Künftig müssten dann die Kinder ab der fünften Klasse für den Haupt- und Realschulabschluss die Hessen-Homburg-Schule besuchen, die aber über keine Förderstufe verfügt.

Weiss-Thiel begründet das Aus mit Prognosen, die auf rückläufige Schülerzahlen hinweisen, und Sparzwängen. Das 50 Jahre alte Schulhaus muss für einen hohen Betrag dringend saniert werden.

Sinkende Schülerzahlen hatte die Schulleitung bereits im November, als der Schließungsplan bekannt wurde, dementiert. Im Vorjahr habe es zwar einen Einbruch gegeben, derzeit befänden sich die Schülerzahlen aber wieder auf durchschnittlichem Niveau mit steigender Tendenz, hatte sie damals gesagt.

Mit der Sekundarstufe würde laut Schulleitung die letzte Förderstufe in Hanau und ein mehrfach ausgezeichnetes Schulkonzept verloren gehen. So trat dieser Tage Comedian Osman Citir in der Schule auf, um auf seine Weise die Botschaft zu vermitteln: Jeder kann für seine Ziele kämpfen.

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