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Der Busbahnhof soll moderner und sicherer werden.

Freiheitsplatz Hanau

Schummrige Beleuchtung

In den Abendstunden ist der Freiheitsplatz in Hanau kein Ort für entspanntes Warten auf den Bus.

Von Anne Lorenc

Es ist kalt, dunkel und ziemlich einsam. Noch 15 Minuten bis zur Abfahrt des Busses ins Umland. Um 22 Uhr ist nichts mehr los, die Geschäfte am Rande des Freiheitsplatzes liegen verlassen. Die wenigen ebenfalls wartenden Fahrgäste haben sich verstreut auf Bänken niedergelassen und hantieren mit ihren Handys. Die setzen vereinzelte Lichtpunkte unter den Laternen, die das Umfeld kaum erhellen. Niemand beachtet die Umgebung. Zu dieser Jahreszeit und am späten Abend ist der Freiheitsplatz kein angenehmer Ort, auch wenn nichts Spektakuläres geschieht. Dummerweise hat man vom letzten Handtaschenraub in der vergangenen Woche an dieser Stelle gelesen. Das beflügelt die Fantasie.

Mit dem Umbau des Zentralen Busbahnhofs und seinen Wanderungsbewegungen hat die Hanauer Straßenbahn GmbH logistisch meisterlich gearbeitet und zeitweise mit Fahrgast-Lotsen die Passagiere und Passanten durch das Tohuwabohu geleitet. Doch mit dem Licht ist man eher sparsam umgegangen. Was zum einen daran liegt, dass das Verlegen der notwendigen Leitungen in den jeweiligen Phasen des Provisoriums nicht einfach sei, wie Thorsten Wünschmann, Leiter des Ordnungsamtes, zugibt.

Die Stadtwerke haben zudem eine Beleuchtung installiert, die augenblicklich zwischen sieben und acht Lux liegt. Eine Aufrüstung auf mehr Helligkeit lohne sich nicht mehr, weil der endgültige Busbahnhof im nordöstlichen Platzbereich in diesem Sommer fertig sein soll, teilen die Stadtwerke mit. Der personelle und technische Aufwand sei zu groß.

Bleibt also für späte Fahrgäste bis zur helleren Jahreszeit ein mulmiges Gefühl. Das, will man dem Ordnungsamts-Chef Thorsten Wünschmann folgen, rein subjektiver Natur sei. Denn der schummrige Platz habe sich keineswegs zu einem Kriminalitäts-Schwerpunkt entwickelt. Allerdings habe die Stadt auch dafür gesorgt, dass in Absprache mit der Polizei „Uniform-Präsenz“ gezeigt werde. Auch die Stadtpolizei gehe hier auf „Präventionsstreife“. Nicht zu oft, denn, so Wünschmann: „Wenn zu viele Uniformen auftauchen, kann das auch Ängste wecken.“

Wünschmann bestätigt, dass die derzeitige Situation „nicht befriedigend“ sei. Das werde sich ändern, wenn die Busse an ihren endgültigen Boxen halten. Dann werde es eine „sehr gut ausgeleuchtete Situation“ geben, nicht nur an den Haltestellen, sondern auf dem ganzen Platz. Auf ihm werde es auch des Abends mehr „soziale Kontrolle“ geben.

Zum Sicherheitskonzept des erneuerten Platzes gehören nicht nur die runden Pailletten-Schirme über den Haltestellen mit LED-Beleuchtung und hohen Leuchtmasten dazwischen, sondern auch sieben Überwachungskameras. Für die Übergangszeit sind Bus-Fahrgäste gut beraten, ihre Vorstellungskraft im Zaume zu halten und sich an den Fakten zu orientieren. Dass so viele ganz versunken mit ihren Handys beschäftigt sind, bestätigt für Wünschmann keineswegs, dass sie sich aus der Realität weg beamen: „Das ist doch ein Zeichen, „dass sie sich sicher fühlen“.

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