Bei einem Familiendrama in der Schlüchterner Innenstadt ist am Freitagmorgen eine 38-Jährige Frau vor den Augen ihrer Kinder erstochen worden.
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Bei einem Familiendrama in der Schlüchterner Innenstadt ist am Freitagmorgen eine 38-Jährige Frau vor den Augen ihrer Kinder erstochen worden.

Familiendrama in Schlüchtern

Dreifache Mutter erstochen

Familiendrama im osthessischen Schlüchtern: Vor den Augen ihrer Kinder ist eine 38-Jährige erstochen worden. Als mutmaßlicher Täter wurde der zwei Jahre ältere Mann festgenommen. Von Jörg Andersson

Von Jörg Andersson

In der Schlüchterner Innenstadt hat sich am Freitagmorgen ein Familiendrama abgespielt. Vermutlich vor den Augen der drei gemeinsamen Kinder hat ein 40-Jähriger seine getrennt von ihm lebende 38-jährige Frau mit einem Küchenmesser getötet. Der Tatort in der Krämerstraße liegt im Zentrum der osthessischen Kleinstadt. Nebenan ist ein griechisches Lokal, die Kreishandwerkerschaft und die Tourist-Info.

Die Nachbarn der Familie sprechen nicht gern über die Tragödie. Bei Schneefall hastet am Mittag eine junge Frau aus dem Hausflur des Wohn- und Geschäftshauses, in dem die Tat verübt wurde. "Kein Kommentar" , sagt sie. Ähnlich äußern sich weitere Hausbewohner. Ein junger Mann mit Baseballkappe, der in der Dachgeschosswohnung laut Musik hört, hat sogar noch nichts davon gehört. Die Familie gegenüber mag über das schreckliche Ereignis nicht reden. "Wir haben kaum Kontakt zu den Leuten", sagen Vater und Sohn. Im Rathaus gegenüber lässt die Sekretärin des Bürgermeisters ausrichten, dass man nichts Näheres wisse. Nur: Es handele sich wohl um eine afghanische Familie.

Hinter der Wohnungstür im ersten Stock - im Hausflur gegenüber sind Räume der Schülerhilfe - ist nach Angaben der Kriminalpolizei um 6.11 Uhr offenbar plötzlich ein Streit eskaliert. Die getrennt von ihrem Mann lebende Frau hatte in der Wohnung übernachtet, in der auch der 13-jährige Sohn und die beiden elf und acht Jahre alten Töchter leben. Der Frühstückstisch war gedeckt, Brot geschnitten, Gläser gefüllt.

Ehemann festgenommen

Getrunken wird daraus nicht mehr, wie die Kripo berichtet. Ein Hausbewohner hört plötzlich Geräusche und alarmiert die Polizei. Die eintreffenden Beamten finden die tote Frau. Die Leiche, die am Nachmittag in die Gerichtsmedizin kommt, weist zahlreiche Stiche auf. Der Mann lässt sich widerstandslos festnehmen. Der 40-Jährige steht unter "dringendem Verdacht" und wird am Samstag dem Haftrichter vorgeführt. Ermittelt wird wegen Totschlags, sagt Oberstaatsanwalt Jörg Bannach und bestätigt, dass die Familie aus Afghanistan stammt.

Kripoleiter Armin Schmidt ist betroffen. Die Kinder haben wohl alles mitbekommen, stehen unter Schock und sind in psychologischer Betreuung. Weitere Erklärungen, wie es zur Tragödie gekommen ist, gibt es vorerst nicht. Die Ermittler warten Vernehmungen und Obduktion ab.

Es soll sich um Asylbewerber handeln, die seit drei Jahren in der Stadt wohnen. Angeblich habe die Frau gerade die Scheidung beantragt, hat Steffen Reith, Lokalchef der örtlichen Kinzigtal-Nachrichten erfahren.

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