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Girogo: davorhalten, statt reinstecken.
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Girogo: davorhalten, statt reinstecken.

Sparkasse Hanau

Plastikgeld, das funkt

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Die Sparkasse Hanau tauscht alte EC-Karten gegen die neue Grimmcard aus. Doch die Kunden der Bank fühlen sich nicht ausreichend informiert. Zumal die Karten die neue Funktion mit umstrittenen RFID-Chip enthalten - der Bewegungsprofile des Nutzers erstellen kann.

Die Sparkasse Hanau tauscht alte EC-Karten gegen die neue Grimmcard aus. Doch die Kunden der Bank fühlen sich nicht ausreichend informiert. Zumal die Karten die neue Funktion mit umstrittenen RFID-Chip enthalten - der Bewegungsprofile des Nutzers erstellen kann.

Kunden der Sparkasse Hanau haben dieser Tage eine neue EC-Karte zugeschickt bekommen – gleichwohl die bisherige vielleicht noch viele Monate gültig ist. Die sogenannte Grimmcard besitzt nunmehr zum Teil ein neues Innenleben, über dass sich jedoch einige Kunden der Bank nicht ausreichend informiert fühlen. Denn das Begleitschreiben der Sparkasse bewirbt das neue Zahlungsmittel ausschließlich mit „exklusiven Vorteilen“, die neue, umstrittene RFID-Technik in der Karte bleib unerwähnt.

Der EC-Kontokarte ist bislang schon die Geldkartenfunktion beigepackt, bei der mit einem zuvor aufgeladenen Betrag bezahlt werden kann. Der virtuelle Kleingeldersatz arbeitet nun per RFID-Chip. Das heißt, die Karte muss nicht mehr in den Schlitz eines Bezahlterminals gesteckt werden, sondern braucht lediglich an einer Antenne des Lesegerätes gehalten werden, die den passiven Sender, ein sogenannter Transponder, in der Karte aktiviert und die Buchungsvorgang startet.

Verband beschloss Einführung

Girogo ist kein Alleingang der Sparkasse Hanau, erklärt Stefan Schüßler, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, auf Anfrage der FR. Der Verband habe die neue Karte nach einer Testphase freigegeben. Sukzessive würden nun alle Geldinstitute im Verband auf Girogo umstellen. Das Anschreiben sei abgestimmt mit dem Verband. „Der Austausch läuft seit eineinhalb Jahren“, sagt Joachim Metz, Referent vom Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen. Unter der Internetseite www.girogo.de finde der Kunde Fragen und Antworten zu Girogo und RFID. Damit seien die gesetzlichen Auflagen zur Information erfüllt, so Metz.

Die „Radio Frequency Identification“ (RFID) ist umstritten, denn mit ihr lassen sich Bewegungsprofile des Chipträgers erstellen. Manchen Kaufhäuser verfügen über RFID-Technik, weil ihre Ware mit Transponderetiketten ausgestattet ist. Möglich wäre damit auch die Verfolgung der Girogo-Karte. „Das ist aber nicht zulässig und verstößt gegen die Vertragsbedingungen“, so Metz. Er betont, dass ohnehin kein Bezug zwischen dem Besitzer der Karte hergestellt werden kann, weil auf dem RFID-Chip für die Girogo-Funktion nur eine Kennnummer zur Identifikation gespeichert sei und es keine Verbindung zum auch auf der Karte befindlichen Chip für die EC-Funktion bestehe.

Bezüge sind herstellbar

Rüdiger Wehrmann, Bereich Informatik/Technik beim Hessischen Datenschutzbeauftragten, stimmt dem zu. Er schränkt jedoch ein: Solange Girogo nicht in einem Geschäft mit Geld aufgeladen werde und Girogo nicht neben einer Kundenkarte mit RFID im Portemonnaie stecke, bleibe der Besitzer anonym.

Unabhängig davon lassen sich die Informationen auf dem RFID-Chip von jedermann ohne technische Spezialkenntnisse auslesen. Dazu soll bereits ein Smartphone mit einer entsprechenden App ausreichen. Jedoch muss man dem Besitzer der Girogo nah genug kommen, um etwa unerlaubt auf sein elektronisches Kleingeld zuzugreifen. Laut Wehrmann, sei dies ein Grund, dass mit Girogo im Gegensatz alten Geldkarte pro Bezahlvorgang nur bis zu 20 Euro ausgegeben werden können.

Mit Girogo und RFID soll die Nutzung der Geldkarte komfortabler gemacht werden, heißt es vom Sparkassenverband. Das elektronische Kleingeld habe bislang an einer Akzeptanzschwäche gelitten, räumt Metz ein.

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