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Die Mitarbeiter des RP zeigen, womit gemessen wird.
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Die Mitarbeiter des RP zeigen, womit gemessen wird.

Gelnhausen

Pläne für niedrige Pegel

Das Hochwasser-Management an der Kinzig wird verbessert. Bis 2015 muss ein Risikomanagement-Plan fertiggestellt sein.

Von Christoph Süß

Die Wasserwirtschaft ist ein trockenes Gebiet, das weiß Elisabeth Geselle. Trotzdem sind sie und ihre Kollegen vom Regierungspräsidium Darmstadt (RP) – die meisten sind wie sie Ingenieure – am Freitag an die Kinzig gekommen, um mit Berufsschülern über den Hochwasserschutz zu sprechen. Anlass war der Weltwassertag, doch der Gelnhäuser Pegel beschäftigt die Gewässer-Fachleute das ganze Jahr über.

Regelmäßige Überwachung des Pegels

Auf den Kinzig-Wiesen neben dem alten Friedhof liegen noch letzte Schneereste, ein Schild weist Autofahrer auf die Gefahren des Parkens am Ufer hin. „Wenn es warm wird, der Schnee taut und es gleichzeitig regnet, können wir nur schwer vorhersagen, wie sich der Pegel verändert“, sagt Geselle. Die Bauingenieurin leitet das RP-Dezernat für Oberflächengewässer in Frankfurt. Ihre Welt sind Zahlen, Modelle und Tabellen rund um Flüsse und Seen.

Der Pegel an der Ziegelhausbrücke im Ortskern ist entscheidend für den Hochwasserschutz im Kinzigtal. Alle paar Tage schaut ein Rentner nach dem Rechten an der Messstelle mit ihrem blauen Häuschen – die Daten werden elektronisch an das Landesamt für Umwelt übermittelt. Einmal im Monat kommt jemand aus Frankfurt nach Gelnhausen, um die Fließgeschwindigkeit je nach Stand per Hand zu messen und zu dokumentieren.

Jüngst hat Geselle mit ihren Kollegen genaue Gefahrenkarten erstellt – diese stellen die Auswirkungen von verschieden starkem Hochwasser dar und sollen den Kommunen helfen, sich besser auf solche Ereignisse vorzubereiten. Aufgrund von EU-Vorgaben muss das Land auch Maßnahmen zur Risikominderung erarbeiten. Dazu gehört, neben dem Bau von Dämmen, dafür zu sorgen, dass es genug Überflutungsflächen gibt.

Vergleichsweise komfortable Situation

Der auf Druck der Kommunen vorerst verhinderte Bau neuer Rastanlagen entlang der Autobahn 66 im Kinzigtal ist laut Geselle ein gutes Beispiel für ihre schwierige Arbeit. „Die Situation darf sich durch neue Eingriffe nicht verschlechtern“, sagt Geselle. Neue Baugebiete dürften in Hochwasser-Schutzgebieten sowieso längst nicht mehr entstehen.

Bis 2015 muss das Amt mit dem Risikomanagement-Plan fertig sein. „Eine Unsicherheit bleibt immer“, sagt Elisabeth Geselle über ihre Prognosen. So habe sie beim Hochwasser vor zwei Jahren falsch gelegen, als doch nicht so viel Wasser in Gelnhausen ankam, wie vorausgesagt. Generell sei die Stadt jedoch ohnehin in einer vergleichsweise komfortablen Situation, weil bis zum Eintreffen des Wassers aus den Oberläufen des Flusses ein Tag vergehe.

Die Schüler haben am Freitag nach wenigen Minuten offenbar das Interesse an den bunten Sonden und dem Pegelhaus hinter ihrem eigenen Gebäude verloren. Im Unterricht hatten sie sich zuvor mit der Hydrologie auseinander gesetzt. Demnächst sollen sie das Häuschen mit Motiven rund das Thema verzieren.

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