Perfide und hinterhältig

Zu „Hanauer Grüne stehen vor der Spaltung“, FR vom 27. Januar

In 15 Jahren Zugehörigkeit bei Bündnis 90/Die Grünen ist mir eine derartige Umgangsweise mit Andersdenkenden, wie sie in Ortsverband und Fraktion Hanau ausgelebt wird, nicht begegnet.

So wurde wiederholt in undemokratischer Weise ein Abweichen vorgegebener Positionen machtvoll abgebügelt. Eine Vorstellung des hoch umstrittenen Koalitionspapiers geriet zur Farce. Das Vorgehen von Kasalak, Nickel und Hossain ließ keinerlei Spielraum für Änderungen. Als Gipfel empfand ich das Ausgrenzen einer Frau, die sich im Wahlkampf mit hohem Einsatz engagierte. Aus Furcht, dass sie sich nicht vorstandskonform verhalte, wurde ihr trotz Mitgliedschaft die Abstimmung verwehrt.

Was ist geschehen mit den Grünen in Hanau? Sie wurden scheinbar von einer kleinen Gruppierung unterwandert, für die es zu heißen scheint: „Regierungsbeteiligung um jeden Preis !“ Wenn es nun tatsächlich zum Bruch zwischen den Stadtverordneten Martin und Feldes und ihrer Fraktion kommt, liegt es aus meiner Sicht nicht an der mangelnden Integrität der beiden anständigen und rechtschaffenen Persönlichkeiten, sondern an der perfiden und hinterhältigen Weise, mit der man sie in Fraktion und Ortsverband versuchte mundtot zu machen.

Wie mir bekannt ist, befindet sich derzeit eine Geschäftsordnung in Vorbereitung, nach der es ermöglicht werden soll, unliebsame Parlamentarier mit Zweidrittelmehrheit aus der Fraktion zu entfernen – dies stellt neben der Ausgrenzung aus Arbeitskreisen und subtileren Mobbingaktionen, die dieser Fraktion unter Kasalak, Nickel und Hossain eigen zu sein scheinen, den Gipfel dessen dar, was an Missachtung des Wählerwillens zu leisten ist: den Ausschluss demokratisch gewählter Volksvertreter.

Alois Reichenbach, Hanau

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