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Diesem Haus sieht niemand an, dass es 71 Jahre alt ist.

Hanau

Alt und Neu perfekt verbunden

Beim „Tag der Architektur“ herrscht Andrang im Haus der Familie Weitz.

Von Anne Lorenc

Das Haus fällt weit auf in der Straße mit den kleinen Häuschen aus Weltkriegszeiten. Als einziges trägt es eine Solaranlage auf dem Dach, die Fensterrahmen sind aus Holz statt aus dem allgegenwärtigen Plastik, und nach hinten ragt ein hölzerner Anbau über zwei Geschosse mit riesigen Fenstern und Türen zum Garten. Familie Weitz in der Erzberger Straße hat sich vor zwei Jahren einen Traum erfüllt. Zum gestrigen „Tag der Architektur“ öffnete sie die Türen für Besucher.

Als Frau des Hauses begrüßte Annette Weitz einen steten Strom von Interessierten jeden Alters, die sich das Refugium der Familie ansehen wollten. Der Architekt Olaf Gerstner, der das Haus bei der Architektenkammer als Vorzeigeobjekt gemeldet hatte, bot zwei Führungen an, vom Wohnzimmer bis zum Spitzboden, dem Reich der beiden halbwüchsigen Söhne.

Eine bunte Schar von knapp zwei Dutzend Besuchern hatte sich bei der ersten Führung versammelt, um sich zu informieren oder sich inspirieren zu lassen. So etwa die ehemalige Technische Zeichnerin, die vor vielen Jahren für eine Prüfungsarbeit ihr Traumhaus gezeichnet hatte. „Aber gewohnt habe ich dann doch ganz anders“, sagt sie und staunt, was eine kompetent geleitete Verjüngungskur bei einem 70 Jahre alten Häuschen bewirken kann.

Da sind Wände gefallen. Auch die Außenwände zum Garten hin. Wo die standen, führen im Erdgeschoss von der offenen Küche und dem Essbereich drei Stufen ins Wohnzimmer hinunter. Ein riesiger, moderner Holzofen mit wahrhaft ritterlichen Ausmaßen heizt von hier das ganze Haus. Die Fußbodenheizung werde kaum benötigt, erklärte Architekt Gerstner. Denn die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung liefere Behaglichkeit aus Badezimmerdunst und Atemluft.

Gediegene Holztreppe

Mit dreifach verglasten Fenstern, Rundum-Wärmedämmung und der Photovoltaikanlage fürs Brauchwasser benötige das Haus im Dauerbetrieb nur wenig Energie, so Gerstner. Die neue Raumaufteilung, das aufgearbeitete Parkett und die gediegene alte Holztreppe imponierten einigen Nachbarn, die selbst am Umbauen sind und mal nachsehen wollte, wie die Weitzens auf drei Ebenen 169 Quadratmeter Wohnfläche untergebracht haben. Pyramidenförmig, erklärte der Architekt. Großzügig im Erdgeschoss, kleiner in der ersten Etage, und winzig unterm Dach.

Die Freude an ihrem Zuhause sprach bei Annette Weitz aus jedem Wort, und sie hatte ein begeistertes Publikum.

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