Hanau

Panische Lesebühne endet

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Zwei Jahre lang konnte Hans-Jürgen Lenhart mit der von ihm erfundenen Veranstaltungsreihe Panische Lesebühne in der Kneipe Brückenkopf sein "persönliches Wunschprogramm" organisieren. Doch nun gibt er die Organisation auf, die er rein ehrenamtlich geleistet hat.

Zwei Jahre lang konnte Hans-Jürgen Lenhart mit der von ihm erfundenen Veranstaltungsreihe Panische Lesebühne in der Kneipe Brückenkopf sein „persönliches Wunschprogramm“ organisieren. Doch mit dem Stehgreif-Kabarettisten Thomas Kreimeyer verabschiedet er sich am kommenden Sonntag von dieser Tätigkeit.

Durchaus mit Bedauern, wie er sagt. Aber er habe die Organisation rein ehrenamtlich geleistet, das sei ihm nun zu viel geworden, sagt Lenhart, der unter den Folgen eines schweren Radunfalls leidet. Schließlich ist er neben seinem Hauptberuf als Lehrer an einer Gesamtschule in Dietzenbach auch als Musikjournalist und Kleinkünstler aktiv.

Das völlige Aus für die Veranstaltungsreihe soll sein Abschied aber nicht bedeuten. Matthias Ullrich, den Lenhart seit seiner Jugend in Hanau kennt, wolle weitere Abende organisieren, zunächst in lockerer Reihenfolge, sagt Lenhart. Der Autor Ullrich gehört zur Hanauer Literaturgruppe ZwanzigZehn. Deshalb rechnet Lenhart damit, dass die Veranstaltungen „mehr einen literarischen Schwerpunkt mit Konzentration auf die Hanauer Literaturszene bekommen“.

Lenhart hat seine monatlichen Termine in den vergangenen zwei Jahren nach dem Prinzip Wundertüte organisiert. Zum Programm gehörten Lesungen mit Autoren der Satirezeitschrift Titanic ebenso wie die Präsentation von lokalhistorischen Büchern und eine Schau mit dem Hanauer Medienarchiv, das einen großen Fundus alter Fotos hat. Immer sonntagabends traten bekannte und unbekannte Künstler auf, mal platzte das Lokal aus allen Nähten, mal fanden sich weniger Zuhörerinnen und Zuhörer ein. Um auch teure Akteure verpflichten zu können, bekam Lenhart einen Zuschuss von der Sparkasse Hanau.

"Über den reinen Vortrag hinaus"

Wichtig sei ihm gewesen, sagt Lenhart, Literaturveranstaltungen zu präsentieren, die „über den reinen Vortrag hinausgehen“. Deshalb erlebten die Interessierten inszenierte Lesungen, Musikeinlagen, Fotos und Talkshows. „Literatur kann interdisziplinär sein“, betont Lenhart. Und sie könne sich die unterschiedlichen Medien zunutze machen – auch, um in der Konkurrenz des Internets nicht unterzugehen.

Zudem hat er eine neue Richtung ausgemacht zwischen politischem Kabarett, Comedy und Poetry Slam: Diese Literaten wenden sich wieder bewusst der Lesung zu. Und ein weiterer Aspekt, der sich im Namen der Reihe andeutet, ist Lenhart wichtig: Der Humor.

Sein Programm sei eigentlich eher eine Reihe für eine Studentenstadt wie Marburg gewesen, sagt er. Doch er habe den Hanauern zugetraut, sich dafür zu begeistern: „Und die Leute sind gekommen.“

Thomas Kreimeyer tritt mit seinem Improvisationskabarett am Sonntag, 25. Mai, 20 Uhr im Brückenkopf, Wilhelmstraße 15a, auf. Reservierungen unter reservierungen@ brueckenkopf-hanau.de

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