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Publikumsmagnet: die Wächtersbacher Messe.

Wächtersbach

Vor dem finalen Andrang

Die Messeleitung in Wächtersbach ist mit den Besucherzahlen zufrieden.

Von Jörg Andersson

Im Messezelt „Energie & Umwelt“ ist die Stimmung durchwachsen. „Letztes Jahr war besser“, sagt Heizungsbauer Steven Seeber. „Die Leute sind verunsichert und unentschlossen“, fügt Seniorchef Hans Seeber hinzu. Zum zweiten Mal ist der Meisterbetrieb als Aussteller auf der Wächtersbacher Messe. Ein Heimspiel. „Die Präsenz ist wichtig“, betonen Vater und Sohn. Über die Auftragslage für das laufende Jahr können sie sich nicht beklagen. „Der Trend geht zur Wärmepumpe“, konstatieren die Handwerker. Zuletzt war es noch die Solarthermie. Doch nach den Kürzungen der Einspeisevergütung sei die Nachfrage erstickt.

Die Solarbranche ist in die Defensive geraten – das ist auf der 64. Verbraucherausstellung überall spürbar. Fast schon trotzig wirbt im Außenbereich eine Biebergemünder Firma mit dem Slogan „Photovoltaik. Jetzt erst recht.“ Gute Geschäfte sind gleichwohl möglich. „Die Nachfrage nimmt zu“, zeigt sich Andreas Weingärtner zufrieden. Seit zehn Jahren ist der Hanauer auf der Messe. „Ideen mit Feuer“ heißt sein Unternehmen, das auf moderne Kaminöfen mit Holzvergasertechnik und auffällige Ofenkonstruktionen setzt, die sich zugleich als Kochtisch oder zur Warmwasseraufbereitung anbieten.

Elektro-Fahrräder und Roller haben die Kreiswerke Main-Kinzig im Angebot. Ein Dutzend davon hat das Versorgungsunternehmen seit 2011 verkauft. Im Zelt sind Zweiräder Blickfang und erleichtern auch Gespräche zur Stromversorgung. Am Samstag können Interessenten sogar den Opel Ampera probefahren.

Im Prinzip ist es wie jedes Jahr. Die einen schätzen Unterhaltung und kleine Attraktionen. Und manch Fachhersteller findet, dass ein ADAC-Stand mit Auto-Überschlagssimulator eigentlich nichts in der Halle zur Energiespartechnik verloren hat.

Die richtige Mischung gilt der Stadt seit jeher als Erfolgsgeheimnis. Messechef Wilfried Wilhelm ist seit 50 Jahren dabei und stets um Abwechslung bemüht. Während Komponenten wie die Kreistierschau, die Kinderlandhalle oder auch das Volksmusikprogramm im Festzelt gesetzt sind, gilt das Augenmerk vor allem dem Bereich Sport und Spiel sowie einer exotischen Sonderschau. Diesmal drängeln sich die jungen Besucher um die Playstation in Halle 17 und 18, wo die Computerkonsolen zum Autorennen, Tischtennismatch oder zum Rocksong animieren.

„Kulturell hochinteressant“ wertet Wilhelm (68) die „Japan Träume“. Optisch ziehen Koi-Fische, Blumenpracht und Bogenbrücken sowie bunte Bon-O-Dori -Bühnentänze in den Bann, akustisch Taiko-Klänge von riesigen Trommeln. Dazu kommen Kimono-Kleider, Kalligraphie und andere Künste oder Kulinarisches wie Reisschnaps Sake und Sushi.

An Himmelfahrt drängelten sich 14425 zahlende Gäste auf dem Gelände. Bis zum Freitagabend zählte die Messeleitung 47155 verkaufte Tickets. Vor dem Wochenende gibt sich Wilhelm optimistisch, die Besuchermarke von 60000 zu schrammen und damit ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr zu erzielen. Eine aussagekräftige Ausstellerbilanz lasse sich erfahrungsgemäß erst nach den letzten beiden umsatzstarken Tagen ziehen.

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