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Ökostrom vom Dach

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Die Solarzellen auf  der Lindenauschule vermeiden  27 Tonnen  Kohlendioxid im Jahr.
Die Solarzellen auf der Lindenauschule vermeiden 27 Tonnen Kohlendioxid im Jahr. © Sascha Rheker

Hanauer Politiker wollen mehr für den Klimaschutz tun: Immer mehr Schulen tragen Solarzellen, und auf Initiative der Grünen soll der Bau von Passivhäusern angeschoben werden.

Von Alexander Polaschek

Widerstand gegen den Bau eines neuen Steinkohleblocks bei Staudinger Großkrotzenburg ist das eine, konkrete Projekte zur Energie-Wende sind das andere: In Hanau ist jetzt mit Unterstützung der Stadt die zweite „Bürger-Solaranlage“ in Betrieb gegangen. Indessen arbeitet die Rathauspolitik schon an weiteren Energie-Projekten, die der Mitgliedschaft im Klima-Bündnis Rechnung tragen. Das Kleeblatt-Bündnis will auf Initiative der Grünen den Bau von sogenannten Passivhäusern anschieben, die besonders wenig Energie verbrauchen.

Zur offiziellen Übergabe der Bürger-Solaranlage in der Großauheimer Lindenauschule am Dienstag bekräftigte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) den Kurs der Stadt, die umweltfreundliche Energieerzeugung „konsequent auszubauen“. An Interessenten, die weiteren Anlagen im Teilhaber-Modell beitreten würden, fehlt es jedenfalls nach Rathausangaben nicht.

Wie schon bei der ersten Anlage wurde in Kooperation mit dem Verein Sonneninitiative ein Dach der Lindenauschule zum Sonnenkraftwerk ausgebaut.

Der Verein mietet das Dach von der Stadt und errichtet darauf mit dem Geld aus den „Solarsparbriefen“ der Teilhaber die Solarmodule. Die erste Anlage, getragen von 56 Bürgern, ging 2008 in Betrieb. Nach Rathausangaben hat sie inzwischen so viele Kilowattstunden Strom erzeugt, dass der Atmosphäre fast 7000 Tonnen des Klimakillers Kohlendioxid erspart blieben. Ein Vorteil bei diesem Modell: Die zusammengeschlossenen Einzelanlagen bringen keine Belastung für die Eigner mit sich, da der Verein Wartung, Versicherung, Überwachung und Abrechnung mit dem Energieversorger regelt.

Das zweite Projekt stieß in der Bevölkerung auf noch größeres Interesse als das erste. Binnen weniger Tage nach Veröffentlichung waren die 40 Anteile vergeben. Ob es Öko-Kraftwerke dieser Art in Hanau geben wird, ist allerdings noch offen. Durch die Kürzung der Einspeisevergütung für Ökostrom haben sich die Bedingungen verändert.

Eine Solarstrom-Anlage, die größte am Ort, krönt neuerdings auch das Dach des Franziskaner-Gymnasiums im benachbarten Großkrotzenburg.

Nicht nur aus ökologischen Gründen, sondern auch unter finanziellen Aspekten rücken inzwischen Passivhäuser zusehends in den Fokus. Sie zeichnen sich aus durch sehr gute Wärmedämmung, luftdichte Bauweise und Wärmerückgewinnung aus der Abluft. Allerdings gibt es in Hanau noch kein städtisches Gebäude, das diesen Standards entspricht, wie die Grünen anmerken. Dabei habe selbst die Landesregierung dies für alle ihre Neubauten und Modernisierungen beschlossen, notiert die Fraktion.

Gemeinsam mit SPD und BfH beantragen die Grünen in der nächsten Stadtverordnetensitzung, dass die Eigenbetriebe und Gesellschaften der Stadt Passivhaus-Pilotprojekte starten sollen. Außerdem sollen private Bauherren zu dieser Bauweise sowie möglichen Zuschüssen und günstigen Kredite beraten werden.

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