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Obendrüber und mittendurch

  • Meike Kolodziejczyk
    VonMeike Kolodziejczyk
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Bad Vilbel Piraten wollen sich künftig regelmäßig in der Stadt treffen / Bisher nur wenige Frauen

Vollbart, Totenkopfanstecker an der Kappe, Modell „Hamburger Elbsegler“ – er hat durchaus etwas Pirateskes. Nur dass Peter Ringel nicht auf dem Meer, sondern an der Nidda unterwegs ist, als „Querulant“, wie er selbst sagt. Und mittlerweile eben auch als Freibeuter, allerdings noch als relativ einsamer. Das soll sich ändern. Deswegen trafen sich Piraten am Donnerstag erstmals zum politischen Stammtisch in Vilbel.

Vor allem seit der Berlin-Wahl erfreue sich die Partei auch in der Wetterau eines großen Zulaufs, 53 Mitglieder habe sie aktuell, sagt der Kreisvorsitzende Matthias Geining. „Der Wunsch nach Mitbestimmung ist sehr groß.“ Daher sei es nicht „Politikverdrossenheit“, die den Piraten Wähler und Mitglieder beschere. „Es ist eher Parteienverdrossenheit.“

Ulrich Schäfer kann das bestätigen: „Eigentlich kann man keine Partei mehr wählen.“ Nun schaut der Vilbeler, der früher mal CDU-Mitglied war, ob die Piraten vielleicht eine Alternative sein könnten. So auch Henning Halfpap: „Wer klüngelt mit wem in Bad Vilbel? Wer profitiert vom Kombibad? Wer von Segmüller?“ Das alles interessiere ihn schon, die etablierten Parteien gäben aber keine klaren Antworten darauf.

„Transparenz“ haben sich die Piraten auf die Fahne geschrieben. Die gehe so weit, dass sie Vorstandsprotokolle und sogar Kontostände im Internet veröffentlichten, sagt Geining. Die Privatsphäre dagegen sei geschützt, ansonsten aber werde alles diskutiert, sogar Nicht-Mitglieder könnten sich einbringen. „Das Internet ist dabei unser Werkzeug, nicht unsere Lebensphilosophie.“ Und Stephan Flindt, einziger Freibeuter im Kreistag, ergänzt: „Man muss kein Internet-Freak sein, um Pirat zu werden.“ Tatsächlich aber hat fast das komplette Dutzend, das im „Down Under“ sitzt, viel im und mit dem Netz zu tun. Und es sind alles Männer, abgesehen von Flindts Lebensgefährtin.

Keine Themen zu haben oder gar eine reine „Spaßpartei“ zu sein, könne man ihnen nicht vorwerfen, sagt Geining. Ob Umweltoder Datenschutz, Mindestlohn oder EZB-Protest-Camp: „Wir suchen die Themen, die den Menschen unter den Nägeln brennen.“ Und das quer durch die Parteienlandschaft, von links bis CDU. Gegen die NPD wird indes demonstriert. Im klassischen politischen Spektrum wollen sie sich nicht verorten. „Wir sind obendrüber oder mittendurch“, sagt Geining.

Peter Ringel sieht das als ehemaliger Stadtverordneter der Linken etwas anders, nämlich „mehr links“. Sein Ziel ist nun, „in Bad Vilbel Mitstreiter zu gewinnen, die sich in die Politik einmischen“. Vor allem Jüngere müssten ran, sagt der 71-Jährige. „Und mehr Frauen.“ Vielleicht klappt das ja beim nächsten Piratentreffen am 24. November. Uhrzeit und Ort werden noch bekannt gegeben.

www.piratenpartei-wetterau.de

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