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Mensa in der Grimmelshausen-Schule
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Mensa in der Grimmelshausen-Schule

Gelnhausen

Oase im Schulalltag

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Das Grimmelshausen-Gymnasium in Gelnhausen organisiert das Catering für die Schüler in Eigenregie. In der Regel kostet ein warmes Essen – vegetarisch oder mit Fleisch – drei Euro.

Ingrid Ström und ihr Küchenteam brauchen nur einen Blick auf die Pennälerschlange an der Ausgabetheke zu werfen und sie wissen, auch an diesem Tag haben sie den Geschmack der Schülerinnen und Schüler der Grimmelshausen-Schule getroffen. Die Gymnasiasten vertrödeln in der Mittagspause keine Zeit, um sich rechtzeitig im schuleigenen Kulturkeller für eine warme Mahlzeit oder einen Snack anzustellen.

Schulleiter Friedrich Bell erklärt den Erfolg mit dem hohen Engagement von Eltern, Lehrern und Schülern. „Alles ist Teamwork hier“, sagt er. Zwei Jahre haben sie in Eigenregie einen ehemaligen Fahrradkeller zu einem Veranstaltungsraum und einer Cafeteria umgebaut. Eltern deckten die Kosten in Höhe von rund 100 000 Euro durch Spenden.

Das Mensa-Team führt den Betrieb autonom. „Es ist unsere Cafeteria“, sagt Abiturientin Bianka Bunde. Schüler stehen hinter der Cafébar oder geben das Essen aus, das Eltern frisch aus hochwertigen Zutaten, zumeist Bio-Produkte, zubereitet haben. Es kommt keine Haute Cuisine auf die Teller, sondern Essen, das Jugendlichen schmeckt und möglichst günstig ist. Die Schule erhält keine Zuschüsse vom Kreis. In der Regel kostet ein warmes Essen – vegetarisch oder mit Fleisch – drei Euro.

Der Kulturkeller ist so ausgestattet, wie es junge Leute wünschen – mit einer Sitzecke mit Sofa und Sesseln, Wandgemälden sowie mit einer weinrot gehaltenen Cafébar. „Dort gibt es den besten Kaffee in der Stadt“, sagt Bianka Bunde. Sie und Vize-Schulsprecherin Isabelle Yu, beide Mensa-Team-Mitglieder, müssen nicht lange bitten, um neue Mitarbeiter in der Schülerschaft zu werben, wenn am Ende eines Schuljahrs ein Jahrgang abgeht. Die Schülerinnen und Schüler reißen sich fast darum, zum Thekenteam zu gehören. Zurzeit besteht es aus 40 Pennälern, zwölf Lehrern und neun Eltern. In der Küche sind in drei Schichten insgesamt 40 Eltern tätig.

„Wir manchen mit, weil es Spaß macht und der Kulturkeller uns ein Stück Lebensqualität gibt“, sagt Isabelle Yu.

Der Kulturkeller, der es nicht mit der Architektur einer modernen Mensa aufnehmen kann, dafür aber umso gemütlicher ist, hat sich zum gesellschaftlichen Zentrum des Gymnasiums entwickelt. Dort können sich Lehrer, Schüler, Eltern treffen und miteinander ins Gespräch kommen.

Der Kulturkeller sei, so Christoph Pullmann, Lehrer und Mitglied in der Teamleitung, auch ein „anspruchsvolles pädagogisches Projekt“, in dem Schüler lernten, eigenverantwortlich zu handeln.

Doch das Projekt steht an einem Scheideweg. In den vergangenen Wochen mussten Schulleitung und Schulelternbeirat es im Kreisschuldezernat verteidigen. Ihr Erfolgsmodell soll, so ihr Wunsch, auch auf die neue Mensa übertragen werden, die die Schule bekommen soll. Steht die neue Mensa, deren Bau sich verzögert, sollte nach einem Vorschlag der Schule das Küchenteam, das bereits 600 Essen in der Woche zubereitet, wegen möglicher Mehrarbeit eine Aufwandsentschädigung erhalten. Doch das will der Kreis nicht. Es gäbe aber einen Kompromiss, so Schulleiter Bell. Ein Caterer bereitet das warme Essen zu und gibt es in der neuen Mensa aus. Die Kulturkeller-Teams führen in dem neuen Gebäude eine Cafeteria, in der sie Frühstück und Snacks servieren.

„Der Kreis will offenbar keinen Präzedenzfall schaffen“, vermutet Bell. Im Landratsamt sieht man keine Verschlechterung darin, dass ein Caterer den Mensa-Betrieb übernimmt. „Mit den Caterer Heinzelmännchen haben wir einen guten Partner“, sagt Kreispressesprecher Lennart Meyer. Der Betrieb des Behinderten Werkes versorge bereits 15 Schulmensen von Somborn aus.

Der Schulelternbeirat will die Entwicklung des Mensa-Betriebs kritisch beobachten, kündigt Ina Tolzin-Kreutzer, Vorsitzende des Gremiums, an. „Wir werden darauf achten, dass der Caterer gutes Essen ausgib.“ Auch soll sich die Atmosphäre in der neuen Mensa nicht ändern. „Wir werden dafür kämpfen, dass sich in dem Neubau auch unser Geist verbreiten kann“, sagt Sabine Wigg-Wolf, die zur Teamleitung gehört.

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