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Niddertalbahn bleibt für Kunden ein Ärgernis

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Seitdem die Bahn neue Züge einsetzt, klafft beim Ein- und Aussteigen am Bahnsteig eine Lücke von einem halben Meter. Bahn und RMV machen wenig Hoffnung auf schnelle Verbesserung der Lage.

"Wir können versuchen, den Spalt zwischen Anspruch und Wirklichkeit zu verringern, aber nicht den zwischen Bahnsteigkante und Zug“, sagt Peter Vollmer. Der Pressesprecher des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) will den enttäuschten Kunden und Kommunen nach dem jüngsten Krisengipfel zur Niddertalbahn lieber keine falschen Hoffnungen machen. Er sichert lediglich zu, dass der RMV gegenüber der Bahn darauf dringen wird, dass die beiden Zugbegleiter behinderten Menschen beim Einsteigen helfen.

Ein Monitor am Bahnsteig soll es dem Zugführer ermöglichen, das Geschehen am gesamten Bahnsteig von Kilianstädten im Auge zu haben. Dort klafft beim Ein- und Aussteigen weiter eine über einen halben Meter große Lücke, seitdem die Bahn neue Züge einsetzt. Laut der Vorsitzenden der AG Niddertalbahn, Monika Sperzel (SPD), hatte dort diese Woche ein Kind einen Unfall aufgrund der großen Glätte.

„Mein Sohn ist noch klein, der muss in den Zug springen“, erzählt eine besorgte, berufstätige Mutter aus Kilianstädten. Ihr Zehnjähriger ist auf den Zug um 7.22 Uhr angewiesen, um pünktlich nach Windecken zur Bertha-von-Suttner-Schule zu kommen. Sie selbst fährt ein paar Minuten später mit dem Zug nach Frankfurt. Wenn ihr Sohn wegen eines ausgefallenen oder überfüllten Zugs noch am Bahnsteig steht, schickt sie ihn noch einmal nach Hause, bis der nächste kommt.

Die Kommunen Nidderau und Schöneck, wo die Beschwerden auflaufen, unterstützen Eltern bei ihrem Protest, machen ihnen aber wenig Hoffnung auf baldige Besserung der Lage. „Der Gipfel ist ohne Ergebnis zu Ende gegangen“, sagt Sperzel, die gleichzeitig Erste Stadträtin von Nidderau ist. Die Schönecker Bürgermeisterin Conny Rück (SPD) soll jetzt auf Drängen des Parlaments erst einmal die Zahlungen der Gemeinde an den RMV reduzieren.

Am Geld liegt es auch, dass es vermutlich zu keiner Nachrüstung der Züge kommen wird. Nach Bahn-Berechnungen würde es zwei Millionen Euro kosten, nachträglich ausfahrbare Trittbretter an den Türen einzubauen. „Wer soll das bezahlen“, fragt Sperzel, die zugibt, dass sie über die neuen Züge enttäuscht ist. Schließlich sollten die die Situation eigentlich verbessern. Während dies für die zuvor von Lärm und Geruch geplagten Anwohner tatsächlich der Fall ist, sind jetzt die Pendler und Schulkinder erbost. (chs.)

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