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Hier, an der Konrad-Adenauer-Allee, soll die Neue Mitte Nidderaus entstehen.
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Hier, an der Konrad-Adenauer-Allee, soll die Neue Mitte Nidderaus entstehen.

Nidderau Neue Mitte

Wirbel um die Neue Mitte

  • Gregor Haschnik
    VonGregor Haschnik
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Nidderau soll eine Neue Mitte erhalten. Ein Investor ist da, doch der will die Frist verlängern, in der er von dem Bauvorhaben zurücktreten kann. Das sorgt für Irritationen. Laut Investor sind aber noch nicht genügend Mieter da.

„Nichts ist schädlicher für ein Bauprojekt, als irritierende Äußerungen über dessen Realisierungschance“, heißt es in dem Schreiben, „zumal es sich beim Nidderforum um ein seit Jahren in der Planung befindliches Vorhaben in Nidderaus Neuer Mitte handelt“. So beginnt die gemeinsame Erklärung von Nidderaus Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) und Albert ten Brinke, dem Direktor der Investoren-Gruppe Ten Brinke. Weiter unten heißt es, Ten Brinke habe sich für die Irritationen entschuldigt und möchte „mit dem persönlichen Zugehen auf die Stadt verdeutlichen, dass auch er keinerlei Interesse an einem Rückzug der Ten Brinke Gruppe aus dem millionenschweren Vorhaben hat“. Was war passiert?

Am 30. September sollte eine Frist ablaufen, bis zu der Neue-Mitte-Investor Ten Brinke die Möglichkeit haben sollte, auszusteigen. In der Stadtverordnetenversammlung am 27. September forderte Ten-Brinke-Geschäftsführer Heiko Bertram, die Frist um drei Monate zu verlängern. Die Parlamentarier waren gezwungen zuzustimmen, wollten sie das Projekt nicht platzen lassen. Dieser Teil der Versammlung war nicht-öffentlich, und Bürgermeister Schultheiß weilte im Kururlaub. Nach der Sitzung kritisierten Parlamentarier und Bürger fehlende Transparenz und fürchteten das Aus für die Pläne.

Ten Brinke entwickelt in der Neuen Mitte etwa drei Hektar Fläche für Handel, Gewerbe und Wohnen, zudem baut die Gruppe ein Familien- und Kulturzentrum. Laut Vertrag darf Ten Brinke aussteigen, wenn die Gruppe nicht genug Mieter findet.

Ralf Grünke, Stadtverordneter der Grünen, steht der Neuen Mitte von Anfang an kritisch gegenüber. Nidderau verpasse die historisch einmalige Chance, die fünf Stadtteile zu vereinen, sagt Grünke. Was jetzt entstehen solle, sei in erster Linie ein zu großes Einkaufszentrum. Nach den jüngsten Ereignissen sieht sich Grünke in seiner Skepsis ein Stück weit bestätigt. „Es wundert mich nicht, dass der Investor Schwierigkeiten hat, Mieter für die Gewerbefläche zu finden“, sagt Grünke. „Wenn man die Größe der Stadt Nidderau berücksichtigt, ist das Projekt völlig überdimensioniert.“

Bürgermeister macht sich keine Sorgen

Bürgermeister Schultheiß sagt, auch er sei sehr irritiert gewesen wegen der Fristverlängerung. „Am Tag vor meinem Urlaub habe ich nichts von einer möglichen Verlängerung der Frist gehört“, sagt Schultheiß. Nach der Entscheidung habe er zunächst eine sehr deutliche E-Mail an die Gruppe Ten Brinke geschrieben. Dass ein Teil der Stadtverordnetenversammlung nicht öffentlich war, sei allerdings kein Verstoß gewesen, weil es um Vertragsangelegenheiten ging, betont der Sozialdemokrat.

In der Erklärung gibt Ten Brinke zu bedenken, dass „die wirtschaftliche Betrachtung immer ein Kriterium“ sei. Für die Realisierung sei es „von elementarer Bedeutung“, dass der Abschluss von Mietverträgen erfolgreich läuft. Dabei spiele vor allem das sogenannte Landmarkgebäude eine Rolle, das mit hohen Baukosten verbunden sei. Und noch sind nicht genug Mieter da.

Er mache sich keine Sorgen um das Engagement von Ten Brinke, sagt Schultheiß. Das Unternehmen sei wirtschaftlich stark und erfahren. Zudem werte er den Besuch von Albert Ten Brinke in Nidderau als deutliches positives Zeichen, so Schultheiß. Er räumt aber ein: „Wir haben uns das leichter vorgestellt.“ Um das Projekt voranzutreiben, bringt er sich in Gespräche mit Mietinteressenten ein.

Die Gespräche mit einem Anbieter für Betreutes Wohnen sollen laut Ten Brinke bald erfolgreich abgeschlossen werden. Für die letzte große Fachmarktfläche interessiere sich ein „namenhaftes Textilunternehmen“. Wenn diese Verträge unterschrieben sind, ist der Löwenanteil unter Dach und Fach, so der Investor.

Die Bauarbeiten für die Mitte werden – wie geplant – im November beginnen. Zunächst werden die Passivhäuser gebaut. Er wolle von Ten Brinke, so schnell wie möglich endgültige Sicherheit, sagt Schultheiß. Vorher werde es auf dem Areal „keine große Show“ zum Bauauftakt geben.

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