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Dorothea Aniol würde mit ihrem Laden gerne ins neue Einkauszentrum ziehen - sie darf aber nicht.
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Dorothea Aniol würde mit ihrem Laden gerne ins neue Einkauszentrum ziehen - sie darf aber nicht.

Nidderau "Neue Mitte"

Viele Fragen an neuen Investor

  • Jochen Dietz
    VonJochen Dietz
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Zu einem Infoabend zu Nidderaus "Neuer Mitte" sind rund 400 Bürger erschienen und sie haben ihre Fragen mitgebracht. Der neue Investor verspricht, auch heimischen Händlern Mietverträge anzubieten. Einige haben ihr Interesse schon bekundet.

Zu einem Infoabend zu Nidderaus "Neuer Mitte" sind rund 400 Bürger erschienen und sie haben ihre Fragen mitgebracht. Der neue Investor verspricht, auch heimischen Händlern Mietverträge anzubieten. Einige haben ihr Interesse schon bekundet.

Passt eine futuristische, 15 Meter hohe „Sky-Lounge“ als „Landmarke“ überhaupt in eine Gemeinde wie Nidderau? Wieso hat man sich von jetzt auf gleich vom Investor Ten Brinke getrennt und – schwups – gleich einen neuen präsentiert? Viele, viele Fragen zum Stand der Dinge beim Thema „Neue Mitte“ haben die Nidderauer am Mittwochabend an Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) und den neuen Investor, die Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft (HBB), die in Gestalt ihres Geschäftsführers Harald Orten auf dem Podium sitzt. Gut 400 Bürger sind in die Willi-Salzmann-Halle gekommen.

Nachdem Schultheiß die ganze Chronologie der Beschlüsse und Planungen noch einmal aufdröselt und die Trennung von Ten Brinke immer wieder mit der Nichteinhaltung von Vertragsvereinbarungen durch den Ex-Partner begründet, preisen Ortner und sein Architekt Jens Thormeyer das Projekt, die Vorzüge von Einkaufen, Wohnen und „neuem Stadtplatz“. Die HBB war bei der Erstausschreibung bereits im Rennen, schied aber zugunsten Ten Brinkes aus. Es sei deshalb „naheliegend“ gewesen, die Gesellschaft zu fragen, ob sie wieder einsteigt, so der Bürgermeister. HBB könne sich durchaus auf die planerische Vorarbeit stützen.

„Warum wird uns von der Stadt hier wieder ein Non-plus-ultra gepriesen, statt dass sie sich zum Scheitern bekennt?“, fragt einer mit Blick auf den Investorenwechsel. „Es hat uns allen weh getan“, räumt Schultheiß ein, stellt aber klar, dass man jetzt mit HBB ein gutes Gefühl habe, auf dem richtigen Weg zu sein. Dennoch immer wieder Fragen wie: „Wer bezahlt das alles?“ Oder: „Was hat Nidderau unterm Strich davon?“ Laut Stadtspitze hält sich der Schaden durch die Verzögerung in Grenzen. Und HBB habe zugesagt, die Kosten für Ten-Brinke-Vorausleistungen wie etwa Planungskosten zu übernehmen. Dafür könne HBB immerhin auf ein erschlossenes, bereits beplantes Areal mit rechtskräftigem Bebauungsplan aufbauen. Wenn alles klappt, könne noch in diesem Jahr Baubeginn sein und das künftige „Nidder-Forum“ im Oktober 2016 seine Pforten öffnen, verkündet Orten.

Starke "Anker-Mieter" notwendig

Auf kritisches Nachfragen verspricht der HBB-Chef, auch örtlichen Einzelhändlern das neue Einkaufszentrum zu öffnen. Bei Ten Brinke sei das noch an sogenannten Wettbewerbsklauseln in den Verträgen gescheitert, erklärt er. Der örtliche Obst- und Gemüsehändler Aniol, derzeit noch im Zelt neben der Tankstelle in Heldenbergen, hatte Interesse bekundet. „Natürlich haben nicht nur die Mieter eine Chance, die wir mitbringen“, versichert Orten und lädt Interessenten ein, sich noch am Abend zu bewerben.

Dennoch bedürfe es „starker Anker-Mieter“ auf den insgesamt 6000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Er nennt einen Frischemarkt und einen Discounter. Rewe sei weiter im Gespräch, einen Mietvertrag gebe es allerdings noch nicht, so Orten. Ansonsten werde es Mode- und Accessoire-Läden, Gastronomie, Dienstleister und vieles mehr geben. Derweil hat Ten Brinke-Bertram der Auflösung des Vertrages widersprochen. „Wir sehen uns noch im Vertragsverhältnis“, sagt Geschäftsführer Heiko Bertram gegenüber der FR.

„In einem ausführlichen Gespräch haben wir den Bürgermeister am Dienstag mit unserer Auslegung der bestehenden Verträge konfrontiert.“ Die Stadt Nidderau prüfe das und Ten Brinke warte deren Reaktion ab, um dann über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Man behalte sich juristische Schritte vor.

Diese Reaktion gibt es bereits: Der Widerspruch sei am Freitag mit der Post rausgegangen, sagt Schultheiß. „Wir sehen uns eben nicht mehr im Vertrag. Soll Ten Brinke klagen, dieser Reflex war zu erwarten.“ Am kommenden Freitag stehen die Vertragspläne mit HBB erstmals auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung.

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