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Kampf um Ortsentwicklung

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Rolf Schmid kämpft um seinen Saalbau, den er seit vielen Jahren an die Stadt und die Vereine vermietet.
Rolf Schmid kämpft um seinen Saalbau, den er seit vielen Jahren an die Stadt und die Vereine vermietet. © Monika Müller

Nach über 40 Jahren wollen die Eichener ein neues und modernes Bürgerhaus. Vor dem Hintergrund aktueller Sparzwänge, alter Befindlichkeiten und nicht eingelöster Versprechen werden nun die Forderungen der Bürger lauter.

Von Christoph Süß

Es ist ein Kampf zwischen den Entscheidungsträgern für eine heterogene Gesamtstadt und den Menschen vor Ort im Klein-Stadtteil. Der Riss geht aber auch mitten durch Eichen. Um die Entwicklung des 2000-Einwohner-Dorfs ist heftiger Kampf entbrannt, der sich vor dem Hintergrund aktueller Sparzwänge, alter Befindlichkeiten und nicht eingelöster Versprechen abspielt. Dabei geht es vordergründig nur um den neuen Standort für das Bürgerhaus und die Feuerwehr. „Wir wollen endlich ein modernes Bürgerhaus haben“, sagt Oswald Schmitt, Vorsitzender der Eichener Vereinsgemeinschaft. Nach all den Jahren des Wartens seien Bürger und Vereine nicht mehr zu Kompromissen bereit. Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) hat scheinbar die Zeichen der Zeit erkannt und den Bürgern eine Verlängerung der Turnhalle in der Höchster Straße in Aussicht gestellt. Doch mit dieser Lösung wollen sich die Vereine nicht zufrieden geben. „Wir fordern einen Queranbau von der Größe des Saalbaus oder – noch besser – ein separates Gebäude“, sagt der Sprecher der Vereine. Mitte dieser Woche will er sich mit den Vereinsspitzen zusammensetzen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Auf einer Sondersitzung mehrerer Nidderauer Ausschüsse hatte Schultheiß die aktuellen Pläne vor einem Monat vorgestellt. Dabei hatte der Gastgeber, der Besitzer des Saalbaus, Rolf Schmid, auch Pläne für dessen mögliche Modernisierung vorgelegt.

Endlich ein neues Bürgerhaus

Von Schmids Plänen will Oswald Schmitt indes nicht viel wissen. „Das ist und bleibt ein alter Bau“, sagt er. Die Eicher wollten über 40 Jahre nach der Eingemeindung endlich auch ein neues Bürgerhaus. „Wir wollen nicht länger das fünfte Rad am Wagen sein“, sagt er. An Anfang der 70er Jahre habe es noch zwei Säle in Eichen geben, die als Versammlungsort für die Politik und als Übungsstätte für die Vereine genutzt worden sind. „Wir haben immer Rücksicht genommen“, sagt Oswald Schmitt. Jetzt sei Eichen aber an der Reihe. Um ihre Forderungen auf eine breitere Basis zu stellen, hat die Vereinsgemeinschaft vor einiger Zeit eine Bürgerinitiative angestoßen. Eine weitere Initiative haben die Eicher im Juli gestartet: Sie wollen verhindern, dass – wie von der Stadt derzeit offenbar favorisiert – das neue Feuerwehrhaus ebenfalls auf dem Festplatz in der Höchster Straße gebaut wird. Sie fordern stattdessen, dass die Wehr aus dem Ortskern verschwindet und jenseits der Bundesstraße neu entsteht. „Kein Eicher will das“, sagt Feuerwehrchef Thomas Maxheim zu den Plänen der Stadt.

Bolzplatz erhalten

Während die Stadt bei der Standort-Wahl vor allem ihre knappen finanziellen Ressourcen im Blick haben dürfte, denken die Eicher – abgesehen von ihrem Schutz vor Lärm und Verkehr – auch an die weitere Ortsentwicklung. So könnten eines Tages auf den derzeitigen Äckern an der B521 Gewerbeflächen entstehen. Außerdem wollen sie den Bolzplatz an der Höchster Straße erhalten.

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