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Das neue Hightech-Einsatzfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr in Nidderau.
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Das neue Hightech-Einsatzfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr in Nidderau.

Nidderau Feuerwehr

Feuerwehr will ein Jahr Zeit

  • Jochen Dietz
    VonJochen Dietz
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In der Diskussion um den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in Nidderau-Eichen gibt es eine überraschende Wende: Die Freiwillige Feuerwehr wünscht sich, dass die Entscheidung um ein Jahr aufgeschoben wird.

Überraschende Wende in der Diskussion um den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses im Stadtteil Eichen: Die Entscheidung soll um ein Jahr aufgeschoben werden. Das wünscht sich die Freiwillige Feuerwehr nun in einer Erklärung an Bürgermeister und Magistrat.

Hintergrund: Die Feuerwehr ist nach eigenem Bekunden derzeit nicht gut genug aufgestellt, um eine derartige Investition zu rechtfertigen. So gewinne man Zeit. Es gebe Ausbildungs- und Fitnessdefizite etwa bei der Einsatzbereitschaft der Atemschutzgeräteträger unter den 47 Aktiven der stärksten Wehr Nidderaus, räumen Wehrführer Dirk Kapfenberger und sein Vize Christian Otto ein. Eine bundesweit aktive Sicherheits- und Organisationsberatungsfirma für Feuerwehren hatte die Eichener Wehr 2013 so eingestuft, dass derzeit kein drittes Fahrzeug und somit auch kein neues Gerätehaus nötig sei. Die Wehrführung sieht die Analyse der Experten zwar als „nicht repräsentative Momentaufnahme“ der Eichener Wehr, betrachtet aber „ein Jahr als angemessenen Zeitraum, ein tragfähiges Konzept zu entwickeln“, so die beiden Chefs.

Nun stecken Feuerwehr und Politik im Dilemma: Wie soll man freiwillige, ehrenamtliche Wehrleute für Engagement und regelmäßige Trainingseinheiten motivieren, wenn man ihnen das dritte Fahrzeug wegnimmt, für das nach neuester Vorschrift derzeit ohnehin kein Platz ist? Deshalb hatten die Berater die Verschiebung empfohlen, der sich laut Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) auch der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt anschloss.

Standort jenseits B351 wird wahrscheinlicher

„Wir hätten auch das Fallbeil auf die Eichener Wehr niedersausen lassen können. Sie hat sich selbst die Grundlage entzogen.“ Nun sei die neue Wehrführung in der Verantwortung, um das unverzichtbare Feuerwehr-Ehrenamt in Nidderau zu retten. Die Politik will ihr die Chance geben.

Hinzu kommt, dem gegenwärtigen Gerätehaus im Ortskern wurde die „rote Karte“ gezeigt, weil es aus Platzgründen nicht mehr der Vorschrift entspreche. Es gibt laut Schultheiß sofortigen Handlungsbedarf. Will heißen: Bis es zu einer Entscheidung für einen Neubau kommt, muss das bestehende Gerätehaus ertüchtigt werden. Das soll laut Schultheiß nicht mehr als 10 000 Euro kosten. Kapfenberger: „Es geht um einen Behelfsumbau, um die Frist zu überbrücken, bis ein neues Gerätehaus gebaut wird.“ Das habe die Wehrführung als Ziel vor Augen und wolle dafür „Leistung bringen“.

Mit der Verschiebung wird laut Schultheiß auch der Standort auf dem Acker jenseits der Bundesstraße 351 wahrscheinlicher. Der war zunächst beschlossen, dann aber zugunsten des Standorts an der Sporthalle wieder verworfen worden. Wasser also auf die Mühlen der Bürgerinitiative „Ja zu Eichen – Ja zum Sprung über die B 521“, die diese Variante ohnehin favorisiert. „Das wäre ein Erfolg für uns, wenn die Politik endlich begriffen hat, dass das bisherige Vorgehen zum Himmel stinkt“, sagt Otmar Wörner von der BI. Der Standort Höchster Straße ist für ihn und Mitstreiter Wolfgang Stein nämlich denkbar ungeeignet und „völliger Unsinn“. Sie berufen sich dabei ebenfalls auf die Expertise der Beratungsfirma.

Die Bürgerinitiative wirft der Stadtspitze zudem vor, viel Geld für in ihren Augen überflüssige Gutachten für den Standort Höchster Straße verschwendet zu haben. Das Gutachten sei wegen eines geplanten Bürgerhausanbaus an die Sporthalle nicht vergeblich gewesen, hält Schultheiß dagegen.

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