Tausende von Techno-Fans tanzen in der Mainaue
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Tausende von Techno-Fans tanzen in der Mainaue

Save the Park

Nicht zu vergleichen

  • Wiebke Rannenberg
    vonWiebke Rannenberg
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Das Frankfurter Umweltamt widerspricht der Initiative "Save the Park". Eine Veranstaltung in Höchst wird wohl eher nicht genehmigt.

Der Chef des Frankfurter Umweltamtes kann sich „im Moment nicht vorstellen“, auf den Mainwiesen in Frankfurt-Höchst eine Veranstaltung wie den Love Family Park mit 20 000 Besuchern zu genehmigen. Das sagte Peter Dommermuth auf Anfrage der Frankfurter Rundschau zu dem Vergleich, den die Initiative „Save the Park“ zieht. Denn die bereitet nicht nur eine Petition an den Landtag vor. Sie hat eine Online-Resolution gestartet, die bisher 6400 Menschen virtuell unterschrieben haben. Diese Unterschriften will „Save the Park“ im Januar öffentlichkeitswirksam der Ministerin übergeben.

Dabei lautet das Hauptargument: An anderen Stellen im Landschaftsschutzgebiet Hessische Mainauen würden auch Großveranstaltungen genehmigt, der Love Family Park solle ebenso behandelt werden. Als Beispiel nennen die Befürworter unter anderem das Schlossfest in Frankfurt-Höchst. Das sehen jedoch der Chef des Frankfurter Umweltamts und der Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, Volker Rothenburger, anders.

Keine Politische Bewertung mehr

„Das ist nicht vergleichbar“, sagt Dommermuth. So hätten die Magerwiesen in Hanau eine höhere Wertigkeit als die Rasenflächen unterhalb des Höchster Schlosses, die auch sonst intensiver genutzt würden. Außerdem sei das vom Vereinsring Frankfurt-Höchst beantragte Fest eine Traditionsveranstaltung. Und auch die Lärmimmissionen seien mit einem Techno-Festival nicht zu vergleichen.

Unterdessen sieht auch das hessische Umweltministerium keinen Grund dafür, weitere Gespräche über den Love Family Park in Hanau zu führen. Die Ministerin habe eine fachliche Entscheidung getroffen und werde auch keine politische Bewertung mehr abgeben, sagte der Sprecher des Ministeriums, Thorsten Neels, gegenüber der Frankfurter Rundschau. In der vergangenen Woche hatte Lucia Puttrich (CDU) der Stadt mitgeteilt, dass die Techno-Großveranstaltung im Landschaftsschutzgebiet Hessische Mainauen nicht erlaubt werden könne – und sich so dem RP angeschlossen.

Weil die Ministerin auf eine fachliche Entscheidung setzt, war es aus ihrer Sicht auch nicht nötig, direkt mit Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) zu reden. Das Gespräch zwischen den Umweltschutz-Fachleuten von Stadt, RP und Land Ende September habe dazu gedient, die „Argumente auf Fachebene“ auszutauschen, sagte Neels. Die Verantwortlichen der Stadt Hanau bestehen jedoch nach wie vor auf einer politischen Entscheidung.

Wiederholt auf Naturschutzprobleme hingewiesen

Diskrepanzen gibt es auch in der Interpretation von Zusagen, die die Ministerin am Rande eines Wahlkampftermins im Wildpark Fasanerie gemacht hatte: Sie hatte von einem „ergebnisoffenen Dialog“ gesprochen. Während das Fachgespräch für Kaminsky und Umweltdezernent Andreas Kowol (Grüne) erst der Beginn des Dialogs war, war es für Puttrich der Abschluss. Denn der Dialog habe ja schon, so Neels, vor einiger Zeit begonnen. Schließlich gebe es seit vielen Jahren Beschwerden von Bürgern. Auch das RP habe die Stadt wiederholt auf Naturschutzprobleme hingewiesen und andere Lösungen angemahnt.

In der Sache verweist Neels erneut auf das Gutachten, das die Stadt Hanau in Auftrag gegeben hatte. Daraus gehe klar hervor, dass die Großveranstaltungen „langfristig negative Schäden an Flora und Fauna der Mainwiesen hervorrufen“, sagt Neels. Da der Zustand der Wiese bereits beeinträchtig sei, könne dieser nicht mehr für Prognosen verwendet werden, erwidert er auf den Monitoring-Vorschlag der Stadt Hanau. Die Stadt hatte vorgeschlagen, weitere fünf Jahre lang Ausnahmegenehmigungen zu erteilen und nach den Tanzfesten zu prüfen, wie die Wiese reagiert.

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