Großkrotzenburg

Großkrotzenburg will ärztliche Versorgung sichern

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Die Gemeinde Großkrotzenburg will mit einem Zentrum die ärztliche Versorgung sichern.

Eine moderne Infrastruktur schaffen, bevor der letzte Hausarzt geht, ist offenbar auch für Gemeinden im Ballungsraum eine Notwendigkeit, um die ärztliche Versorgung im Ort zu sichern. Die Ideenwelt Gesundheitsmarkt (IWG) GmbH mit Sitz in Gießen baut im knapp 7500 Einwohner zählenden Großkrotzenburg ein Haus- und Fachärztezentrum, wie es das Unternehmen bislang in ländlichen Gegenden tat. Vorausgegangen war der Auftrag der Gemeinde an die IWG, die Arztversorgung über die nächsten Jahre zu analysieren. Von den einst sechs Hausärzten im Ort gibt es noch vier. „Die haben ein Alter erreicht, bei dem sie in sechs bis acht Jahren gleichzeitig in Ruhestand gehen können“, sagt Bürgermeister Thorsten Bauroth (parteilos).

 Zum Geschäftsfeld der IWG GmbH zählen neben dem „Medzentrum“, Kooperationsprojekte, Praxisnachfolge sowie Bestandsanalysen zur Sicherung der ambulanten ärztlichen Versorgung im Auftrag von Städten, Gemeinden oder Landkreisen.

Das „Medzentrum“ gibt es oder wird aktuell projektiert an zehn Standorten. Im Main-Kinzig-Kreis plant IWG „Medzentrum“ auch in Gründau und Biebergemünd. 

Um Nachfolger ins Dorf zu holen, muss sich laut IWG Grundsätzliches ändern. Die derzeitigen Räumlichkeiten sind nicht mehr zukunftsfähig, heißt es in dem Gutachten. Auch am barrierefreien Zugang mangele es zum Teil. Mediziner, die sich niederlassen, fordern moderne, großzügige Räume, heißt es in der Handlungsempfehlung der Expertise. Es müsse auch möglich sein, kooperative Strukturen zu schaffen, sagt Bauroth.

Das „Medzentrum“ soll am östlichen Ortsrand an der Kahler Straße auf Gemeindegrund bis Mitte 2022 entstehen, wo zuletzt für Flüchtlinge Wohncontainer standen. Die 4900 Quadratmeter erhält IWG zum regulären Preis. „Wegen unserer Haushaltssituation haben wir nichts zu verschenken“, sagt Bauroth. Die Hessische Gemeindeordnung lasse zudem keine Grundstückrabatt für Privatinvestoren zu. IWG gründet für das Vorhaben eine Trägergesellschaft. Die Finanzierung läuft über eine örtliche Sparkasse. Vier Etagen hoch wird das Gebäude mit einer Fläche von 3800 Quadratmetern. In der obersten Etage werden Penthouse-Wohnungen entstehen, falls kein weiterer Bedarf an Praxen besteht, heißt es. Auf dem Grundstück wird zudem ein Parkplatz für 250 Autos angelegt.

Wie Projektleiter Dominik Reinhardt mitteilt, sind für den Großteil der Gebäudeflächen „rechtswirksame Vormietverträge“ unterzeichnet worden. Als gesichert gilt die Besetzung mit zwei Hausarztpraxen die perspektivisch um zwei weitere Ärzte erweitert soll, einem Dermatologen sowie eine Tagespflege mit einem ambulanten Pflegedienst, beides wird vom örtlichen Altenheim betrieben. Des Weiteren wird eine Praxis Physiotherapie samt Trainingszentrum, eine Osteopathiepraxis und eine Apotheke einziehen. Laut Bauroth sind zudem ein Kinderarzt und ein Gynäkologe im Gespräch.  

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