Maintal

Neue Ortsumgehung fertig

Jetzt, da sich der Verkehr nicht mehr durch die Ortschaften Ravolzhausen und Langendiebach hindurch schlängeln muss, sondern auf 3,4 Kilometer langen Trasse an ihnen vorbei geleitet wird, kann auch der Bürgermeister von Erlensee, Stefan Erb (SPD), darüber lachen, dass die Umsetzung so lange gedauert hat.

Von Rebecca Röhrich

Die bürokratischen Mühlen malen zuweilen langsam. Bereits vor 40 Jahren, 1974, wurde der erste Antrag für eine Umgehungsstraße um den Stadtteil Langendiebach in Erlensee und den Ortsteil Ravolzhausen von Neuberg gestellt. Für den Neuberger Ortsteil Ravolzhausen soll die Ortsumgehung 75 Prozent weniger Verkehr bringen, für Langendiebach 82 Prozent weniger Durchfahrten, heißt es von Seiten der Behörde Hessen Mobil. Anfang Dezember wurde die neue Trasse schließlich für den Verkehr eröffnet.

Jetzt, da sich der Verkehr nicht mehr durch die Ortschaften Ravolzhausen und Langendiebach hindurch schlängeln muss, sondern auf 3,4 Kilometer langen Trasse an ihnen vorbei geleitet wird, kann auch der Bürgermeister von Erlensee, Stefan Erb (SPD), darüber lachen, dass die Umsetzung so lange gedauert hat. „Diese Pläne sind fast so alt wie ich“, witzelt er. „Die Planfeststellungsverfahren dauern eben ihre Zeit“, räumte er jedoch ein. Viele Perspektiven müssten bei so einer Planung berücksichtigt werden. Außerdem habe sich im Laufe der Jahre auch die politische Situation geändert, gerade was die Umwelt- und Emissionsauflagen betreffe. Mitte der 1990er Jahre hätten die Pläne diesbezüglich geändert werden müssen.

Künftig ohne Ortsdurchfahrt

Der neue Weg der alten Straße ermögliche es fortan die A45 in Richtung Gießen ohne Ortsdurchfahrten in kürzester Zeit zu erreichen; auch gut für die ansässigen Unternehmen findet Erb: „Eine optimalere Lage kann sich ein Logistiker eigentlich nicht wünschen, aber auch kleinere Firmen können ihren Kunden jetzt eine direktere Zufahrt bieten,“ sagt er. Da der neue Teilabschnitt der L3193 aber auch an einem Wohngebiet entlangführt, ist ein Lärmschutzwall errichtet worden. Der sei aber noch nicht ganz ausgeprägt, so der Bürgermeister. Laut Hessen Mobil sei dieser jedoch im Frühjahr 2015 fertig. Die Kosten in Höhe von zehn Millionen Euro für das Bauprojekt trägt das Land Hessen.

„Als Grüne stehen wir Ortsumgehungen immer erst einmal kritisch gegenüber“, sagt der Verkehrsdezernent des Main-Kinzig-Kreises Matthias Zach. Aber da bei diesem Projekt ein klarer Nutzen zu sehen sei, gönne er die Verkehrsberuhigung den Anwohnern.

Die Gewerbetreibenden in Erlensee standen der Umgehungsstraße zunächst skeptisch gegenüber, sagt der Vorsitzende des Gewerbevereins Heinz Schreiber. Schließlich würden von nun an die Einkäufe der Pendler in den Geschäften in der Friedrich-Ebert-Straße wegfallen. Aber langfristig überwiegen für den Einzelhandel doch die Vorteile. Schließlich soll beim Toom-Baumarkt ein kleines Gewerbegebiet entstehen, was den inneren Ort beleben und neue Kundschaft anlocken könnte, so Schreiber.

Auch der Betreiber des Landgasthauses Lindenhof, der seine Gaststätte in unmittelbarer Nähe der alten Ortsdurchführung hat, sieht noch keine Einbußen im täglichen Geschäft. „Aber das könnte auch an der ohnehin gut laufenden Vorweihnachtszeit liegen“, so der Wirt Thomas Emmel. Seit einigen Monaten bietet das Restaurant auch einen Mittagstisch an, der könne natürlich durch die neue Verkehrssituation beeinträchtigt werden, sagt der Gaststättenbetreiber.

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