Hanau

Neue Bahnstrecke im Kinzigtal könnte 2032 fertig sein

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Die Entscheidung über den genauen Verlauf naht, bald wird die Öffentlichkeit beteiligt.

Die Pläne für die Aus- und Neubaustrecke von Hanau über Gelnhausen nach Fulda werden konkreter: Für die neue Trasse von Gelnhausen nach Kalbach beginnt am 2. Juni die Beteiligung der Öffentlichkeit im sogenannten Raumordnungsverfahren (ROV). Dabei wird entschieden, wie die Strecke genau verläuft und geprüft, wie verträglich der Bau für die Umwelt ist.

Der Abschnitt zwischen Hanau und Gelnhausen wird viergleisig aus-, jener zwischen Gelnhausen und dem Raum Fulda neu gebaut. Für letzteren favorisiert die Bahn nach jahrelangen Diskussionen in „Dialogforen“, an denen unter anderem Vertreter von Anrainerkommunen und Bürgerinitiativen teilnahmen, Variante IV. Diese führt durch das Kinzigtal, vorbei an Wächtersbach, Steinau und Schlüchtern, nicht weit weg von der bestehenden Strecke. Laut Dirk Schütz, dem Projektleiter der zuständigen DB Netz AG, sollen etwa 70 Prozent der 44 Kilometer langen Neubaustrecke durch Tunnel führen. Außerdem wird in dem Verfahren noch Variante VII betrachtet, die am weitesten westlich des Kinzigtals verläuft, vorbei an den Ausläufern des Vogelsbergs.

Das Dialogforum Anfang Mai, das wegen der Corona-Krise online durchgeführt wurde, verfolgten nach Angaben der Deutschen Bahn bis zu 900 Menschen. Sie stellten demnach etwa 130 Fragen, die sich vor allem um den Lärmschutz drehten. Die Bahn verspricht, dass es hier Verbesserungen geben wird, auch weil der Güterverkehr nachts über die Neubaustrecke geleitet werde. Deren exakter Verlauf ist allerdings noch unklar. Ebenso wie die daraus resultierenden Eingriffe in die Natur, vor denen Umweltschützer warnen.

Jetzt eine endgültige Aussage über den Zeitplan zu treffen, sei nicht möglich. Schütz schätzt, dass das ROV Ende 2021 abgeschlossen ist. Danach folgt das Planfeststellungsverfahren, in dem beispielsweise geprüft wird, ob das Vorhaben und die Maßnahmen dafür zulässig sind. Wenn es keine größeren Hürden gibt, könnte in den späten 2020er Jahren die Umsetzung beginnen und der erste Zug um das Jahr 2032 herum über die neue Strecke fahren. In Bezug auf die Finanzierung, die vom Bund in Etappen freigegeben wird, ist Schütz zuversichtlich. Er verweist darauf, dass das Projekt im Bundesverkehrswegeplan auf Platz zwei steht und sowohl regional als auch überregional von großer Bedeutung ist.

Engpässe ließen sich damit beseitigen, der Takt erhöhen. Die Strecke gehört zu den am meisten genutzten in Deutschland. Er gehe davon aus, dass die Folgen der Corona-Pandemie nichts an den Plänen ändern, so Schütz.

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