Die Naturschützer bei den Vorarbeiten zum Aufstellen von Eisvogel-Brutwänden. gna
+
Die Naturschützer bei den Vorarbeiten zum Aufstellen von Eisvogel-Brutwänden.

Main-Kinzig

Naturschutz-Gesellschaft im Main-Kinzig-Kreis: „Krise der Biodiversität“

  • Petra Zeichner
    vonPetra Zeichner
    schließen

Die Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung realisiert kreisweit Artenschutz-Projekte und kann dabei auf zunehmend ehrenamtliche Unterstützung bauen.

„Wir freuen uns über unsere Erfolge, müssen aber feststellen, dass angesichts des voranschreitenden Flächenverbrauchs durch Gewerbe- und Neubaugebiete sowie durch immer mehr Verkehrswege die Landschaft weiter zerschnitten wird und wichtige Lebensräume verloren gehen.“ So lautet das Resümee für 2019 von Susanne Hufmann. Die Biologin ist Vorsitzende der kreisweit tätigen Naturschutzorganisation Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung (GNA).

Nicht nur das Insektensterben sei höchst alarmierend, so Hufmann in der GNA-Mitteilung weiter. Sowohl die Artenzahl als auch die Biomasse nähmen massiv ab – allein auf den Wiesen um mehr als zwei Drittel. Betroffen seien ebenso viele andere Gruppen wie beispielsweise die Amphibien, darunter neuerdings auch so genannte „Allerweltsarten“ wie die Erdkröte und der Grasfrosch.

Informationen der Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung

Das InternetmagazinNatur Online berichtet unter www.natur-online.info laut GNA-Angaben für bislang 374 000 Leser über Entwicklungen im Natur- und Umweltschutz.
Die Internetseitewww.gna-aue.de zählt den Angaben zufolge fast 846 000 Besucher. Dort berichten die Naturschützer über ihre Projektfortschritte, Veranstaltungen und Aktionen. Jedes Jahr wird außerdem ein Veranstaltungskalender mit einer Auflage von 1000 Exemplaren herausgegeben. pz

Auch zahlreiche insektenfressende Singvögel seien durch den Futtermangel beeinträchtigt. Hufmann: „Wir befinden uns in einer Biodiversitätskrise, in der wir Gefahr laufen, viele Tier- und Pflanzenarten zu verlieren, denn das Artensterben ist genauso gefährlich wie der Klimawandel.“

Um dem entgegenzuwirken, beschäftigt die GNA zurzeit drei Fachkräfte, die Renaturierungsprojekte und Landschaftspflegemaßnahmen initiieren, planen und realisieren, um die ökologische Situation im Main-Kinzig-Kreis zu verbessern. Dazu zählen die Schaffung von Brutwänden für den Eisvogel an der Kinzig, das Projekt „Vorfahrt für den Fischotter“ sowie die Betreuung und Pflege des Biotopverbunds für den stark gefährdeten Laubfrosch in der unteren Kinzigaue.

„In den letzten Jahren werden die Auswirkungen des Klimawandels auch bei uns immer offensichtlicher“, erläutert GNA-Vorstandsmitglied Günter Könitzer. Er engagiert sich für die stark gefährdete Gelbbauchunke im mittleren Kinzigtal. In Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband wolle die GNA die wenigen Gewässerbiotope in der Kulturlandschaft zwischen Freigericht und Hasselroth zum Schutz der Unke besser miteinander zu vernetzen, so Könitzer.

Erfreulich ist laut GNA, dass die Zahl der ehrenamtlich Tätigen wächst. Sie unterstützen das Team in unterschiedlichen Bereichen wie der Öffentlichkeitsarbeit, bei Exkursionen und Vorträgen, in der Umweltbildung, Buchhaltung und bei Personalfragen. 

Kommentare