Nahverkehrsplan ohne Streitpunkte

Main-Kinzig Angesichts des demografischen Wandels sind sich die Parteien weitgehend einig

Am 21. Juni soll der Nahverkehrsplan im Kreistag beschlossen werden. Doch obwohl vor allem dem ländlichen Raum bis 2018 Angebotskürzungen drohen, laufen die Beratungen weitgehend geräuschlos ab. Kreisverkehrsdezernent André Kavai (SPD) rechnet mit einer breiten Zustimmung. „Wir haben uns bewusst viel Zeit für die Vorberatungen genommen“, sagt er.

In der vergangenen Woche hat der Koordinationsausschuss, in dem Vertreter von Organisationen und Verbänden sitzen, zum letzten Mal getagt. Die einzelnen Kommunen – Bürgermeister wie Parlamente – können jetzt dazu Stellung beziehen, bevor das mehr als 200 Seiten starke Werk den Mitgliedern des Kreistags in seiner vorläufigen Endfassung zur Beratung zugeht.

Nachfrage wird zurückgehen

Die CDU brütet schon seit Ende April über dem Zahlenwerk. Dieses schlägt dem Kreistag Maßnahmen vor, wie das Angebot des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) aufrechterhalten werden kann, obwohl die Nachfrage in Teilen des Kreises in den kommenden fünf Jahren voraussichtlich stark zurückgehen wird. „Wichtig ist, dass in jeder Kommune neben den Schülerverkehren ein ausreichendes Angebot im ÖPNV vorhanden ist“, sagt CDU-Fraktionschef Michael Reul. Dieses müsse je nach Nachfrage in den einzelnen Kommunen unterschiedlich ausgestaltet sein.

Aus Sicht des verkehrspolitischen Sprechers der Grünen, Uwe Ringel, hat der ÖPNV im ländlichen Raum heute teilweise nur noch Nischenfunktion. Die meisten Menschen bewegten sich dort mit dem Auto – eine Ausnahme sei der Schülerverkehr. Nahezu leere Busse in den Randzeiten seien die Folge. Er sieht in flexiblen Angeboten wie Anrufsammeltaxis eine Lösung. „Trotz sinkender Fahrgastzahlen brauchen wir weiterhin ein möglichst dichtes Angebot an öffentlichen Verkehren, denn insbesondere ältere Menschen und Jugendliche ohne eigenes Auto sind auf ein funktionierendes öffentliches Verkehrssystem im ländlichen Raum angewiesen“, sagt Ringel.

Besondere Kreativität gefragt

Die SPD will trotz der geplanten Anpassungen eine flächendeckende Versorgung aufrechterhalten. Im Entwurf von Kavai würden stark genutzte Strecken sogar teilweise ausgebaut; schwach frequentierte Strecken würden „überprüft und sinnvoll umgestaltet“. Angesichts des demografischen Wandels sei „besondere Kreativität“ nötig. (chs.)

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