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Am besten abreißen und neu bauen: Dieses triste Bild gibt das „Einkaufszentrum am Opel-Eck“ seit Jahren ab.

Einkaufszentrum

Naht Ende eines Schandflecks?

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Es gibt neue Pläne für das heruntergekommene „Einkaufszentrum am Opel-Eck“ am Ortseingang Dörnigheims. Eigentümer Leyzor Taskar hat der Stadt Maintal Pläne vorgelegt, von der sie angetan ist.

Mit dem maroden „Einkaufszentrum am Opel-Eck“ am Ortseingang Dörnigheims könnte sich bald etwas tun. Eigentümer Leyzor Taskar hat der Stadt Maintal Pläne vorgelegt, von der sie angetan ist. „Um hier an herausgehobener Lage einen Akzent, eine städtebauliche Dominante zu schaffen“, wie es Ruth Karich, Fachbereichsleiterin Stadtentwicklung bei der Verwaltung, ausdrückt. Sie nennt einen dreigeschossigen Baukörper, zwei große Läden, ansehnliche Fassaden. „Das entspricht unseren Wunschvorstellungen“, sagt sie.

„Büro- und Ladenflächen zu vermieten“

Es gebe aber noch keine Detailplanung, erklärt Eigentümer Taskar auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. Die Investition, das marode Gebäude abzureißen und an diesem attraktiven Standort neu zu bauen funktioniere nur, wenn von vornherein an Handel, Gewerbe, Praxen oder Dienstleister vermietet sei. „Interessenten gibt es schon“, erklärt Taskar und hofft, nach der Sommerpause mehr Details nennen zu können. Einen Zeitplan könne er noch nicht bieten und gibt sich eher zurückhaltend.

„Büro- und Ladenflächen zu vermieten“, „Wegen Umzug geschlossen“ ist derzeit mehrfach an dem Gebäude und Ladentüren zu lesen. Schmutzige Waschbetonplatten, fleckige Decken, marodes 1970er-Jahre-Flair: So stellt sich das einstige Opel-Autohaus seit Jahren dar. Einige Ladenlokale im Erdgeschoss sind schon oder schon wieder leer, ebenso eine Zahnarztpraxis im Obergeschoss. Da hängt noch der Zettel des Zahnarztes: „Wir ziehen um“ – datiert vom 27. Dezember 2012. Und „Ab 30.8.2013 geschlossen“ steht auf dem Zettel an der Tür der „Derngemer Backstubb“. Wenn es nach der Stadt Maintal ginge, wäre hier schon längst etwas Neues, Schöneres entstanden. Gerade an dieser exponierten Lage, dem Entree zum historischen Dörnigheim.

Es sei leider eine „unendliche Geschichte“, berichtet Ruth Karich. „Das sah schon so aus, als ich hier angefangen habe. Und das war 2001.“ Es sei wünschenswert, wenn sich an der Stelle etwas tut. Umso erfreuter ist sie, dass sich nun endlich eine Perspektive biete. „Wir sind einander näher gekommen“, erklärt sie mit Blick auf den Eigentümer und potenziellen Investor Taskar. Der verweist darauf, dass sich der Neubau deshalb so lange hinzöge, weil immer wieder umgeplant worden sei.

Hohe Fluktuation unter den Nutzern

„Wer Laufkundschaft hat, geht hier raus“, sagt Anton Ecimovic, der vom Obergeschoss des ehemaligen Opel-Autohauses aus seit dem Jahr 2000 einen Auto-Handel betreibt. „Es liegt am Geld. Ich glaube der Eigentümer möchte mit der Stadt hier etwas gemeinsam machen. Aber die hat keins“, mutmaßt er.

Investiert werde offenbar auch nichts mehr. „Seit Tagen riecht es hier. Aber es ist noch nichts passiert.“ Und es gebe die hohe Fluktuation unter den Nutzern. „Ein ständiges Rein und Raus“.

Dass das Gebäude an Berliner Straße und Kennedystraße ein „unansehnlicher Schandfleck für Dörnigheim“ sei, sagt ein weiterer Nutzer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, aber auch von Plänen weiß, die sich seit zehn, 15 Jahren hinzögen. „Ich würde trotzdem gerne an diesem Standort bleiben. Schon mein Vater war hier.“

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