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Polarfuchs-Welpe
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Polarfuchs-Welpe

Alte Fasanerie Hanau

Nachwuchs mit spitzen Krallen

Im Wildpark „Alte Fasanerie“ in Hanau zieht die Biologin Marion Ebel drei Polarwölfe groß. Sie sollen bald das Rudel im Tierpark vergrößern.

Von Ute Vetter

Zum Füttern der grauen Fellknäuel – die rund dreieinhalb Wochen alten Polarwolf-Babys heißen Monja, Inuq und Aslan und werden erst mit zwei Jahren ein strahlend weißes Fell haben – zieht Wildbiologin Marion Ebel einen langärmeligen Pullover über. „Die haben derart spitze Krallen, dass sie beim Milchtreten echt wehtun“, lacht die „Wolfsmutter“. Lächelnd sieht sie Inuq zu, der gierig schmatzend am Fläschchen saugt. Verbeißt er sich im Sauger, kriegt er das Mäulchen abgewischt und darf dann weitermachen. „Alle mussten lernen zu trinken, doch er drängelt und kriegt immer zuerst“, sagt Ebel.

Derweil versuchen immer wieder Besucher, einen Blick durchs ebenerdige Fenster auf die Wolfbabys im Wildpark „Alte Fasanerie“ zu werfen. Viele Zeitungen und Fernsehsender haben schon berichtet, morgen kommt das ZDF. Ständig klingelt das Telefon, doch das stört die Wölfchen nicht. Nach dem Essen schmusen sie gerne mit Ebel auf der Matratze, dann plumpsen sie tapsig auf den Holzfußboden oder die große Matratze (auf der Ebel nächtigt) zum Schlummern. Natürlich erst, nachdem sie uriniert oder ein bisschen gekotet haben. „Dazu ist die Bauchmassage gut“, lächelt Ebel und wischt alles vom Boden auf. Zwei Rollen Küchenpapiertücher verbraucht sie täglich.

Die drei Wolfbabys stammen aus dem Hochwildschutzpark Rheinböllen, sind vermutlich an Ostern geboren „und hätten dort nicht überlebt“, erzählt Ebel. Die Wolfsmutter sei zwar fit gewesen, doch waren die Höhlenbauten nicht tief genug. So hätten Nässe und Kälte den Kleinen bereits stark zugesetzt, zudem waren sie unterversorgt und verwurmt. Inzwischen sind sie fit, dank Welpenaufzuchtsmilch, Nährstofflösungen, Antibiotika, Vitaminen, Mineralien und Wurmkur. Seit Ebel die Tiere nach Hanau geholt hat, lebt sie mit ihnen in ihrem Büro, das durch eine Abtrennung in eine Aufzuchtstation umfunktioniert ist. Am meisten setzt der 49-Jährigen der Schlafmangel zu, denn die Welpen müssen alle vier Stunden gefüttert werden. Das dauert dann rund eineinhalb Stunden mit zubereiten, abkühlen, füttern und urinieren. Das ständige Zusammensein konditioniert die Welpen auf Ebel als „Mutter“, niemand sonst darf die Tiere anfassen, „sie dürfen nur meinen Geruch akzeptieren, meine Stimme“, erzählt sie. Schließlich will sie später zu ihnen ins Gehege gehen können. Diese „Prägungsphase“ dauert insgesamt rund drei Monate.

In etwa 14 Tagen dürfen die Kleinen feste Nahrung (Fleisch) fressen. In etwa acht Wochen wird sie Ebel in einen Bereich zwischen den Gehegen der drei Polar- und zwei Timberwölfe setzen, damit sich alle aneinander gewöhnen können.

Die Polarwölfe Ayla, Scott und Khan hat sie vor sieben Jahren ebenfalls mit der Hand aufgezogen. Sie glaubt, dass die drei den Nachwuchs dank Welpenschutz nicht totbeißen werden. Denn bei ihren täglichen Gängen ins Gehege hafte der Welpengeruch an ihr und die alten Wölfe hätten sich „interessiert, aber nicht negativ gezeigt“, so die Biologin.

„Doch sicher kann man sich nie sein.“ Verhalte sich ein Welpe falsch, könne alles passieren, denn ein ausgewachsener Polarwolf wiegt locker um 80, 90 Kilogramm.

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