Konditor Emanuel Schimmelpfennig in seinem Café Huttenhof.
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Konditor Emanuel Schimmelpfennig in seinem Café Huttenhof.

Schloss Philippsruhe Hanau

Museumscafé öffnet wieder

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
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Der Steinheimer Konditormeister Emanuel Schimmelpfennig fühlt sich „emotional verpflichtet“, im fürstlich-barocken Ambiente von Schloss Philippsruhe Besucher zu bewirten.

Die Schließung des Museumscafés in Schloss Philippsruhe ging selbst den Linken im Ortsbeirat Kesselstadt / Weststadt gegen den Strich. Jürgen Jakoby stellte einen Antrag im Stadtteilgremium mit der Forderung nach einer Wiedereröffnung. Die wird es voraussichtlich am 1. Februar geben, allerdings nicht allein auf Verlangen von Jakoby, sondern weil sich der Steinheimer Konditormeister Emanuel Schimmelpfennig „emotional verpflichtet“ sieht, im fürstlich-barocken Ambiente Besucher zu bewirten.

Anfang November hat das Kulturamt den Cafébetrieb in der Beletage des Schlosses eingestellt. Eine Schließung mit Ankündigung. Der neue Amtschef Martin Hoppe sagte zuvor, es ist nicht Aufgabe der Stadt, ein Café zu betreiben, das zudem rote Zahlen schreibt. Dies sei schon gar nicht in Zeiten vertretbar, wenn eine Stadtteilbücherei und die städtische Musikschule mangels Geld geschlossen werden. Hintergrund ist die Haushaltskonsolidierung seit März und die damit verbundenen Kürzungen bei den freiwilligen Leistungen um 20 Prozent. In der Kultur ist der Satz noch höher, weil die Brüder-Grimm-Festspiele auf Geheiß des Oberbürgermeisters und Kulturdezernenten Claus Kaminsky (SPD) von den Kürzungen ausgenommen werden.

Schimmelpfennig war einer von drei Interessenten für das Museumscafé. Jedoch sollen die Nutzungsüberlegungen vor allem bei den Öffnungszeiten voneinander abgewichen sein. Während die Mitbewerber einen Cafébetrieb auch außerhalb der Museumszeiten für betriebswirtschaftlich notwendig sahen, will der 33 Jahre alte Inhaber des Steinheimer Huttenhofs der Vorgabe der Stadt folgen, nur zu den Museumszeiten zu bewirten.

Titel vom Gourmet-Magazin

Unter der Woche soll das Café von 13 bis 17.30 Uhr und am Wochenende von 12 bis 17.30 Uhr geöffnet haben. „Drei Jahre habe ich Kuchen und Torten in das Museumscafé geliefert und kenne die Zahlen“, sagt er. Das Preisniveau soll beibehalten werden. Um das unternehmerische Risiko dennoch begrenzt zu halten, habe die Stadt ihm ein gutes Pachtangebot vorgelegt, so Schimmelpfennig.

Trotz seiner jungen Jahre kennt er offenbar sein Metier gut. Nach seiner Ausbildung leitete Schimmelpfennig Filialen einer Großbäckerei. Im Jahr 2008 legte er seine Prüfung zum Konditormeister ab. Vor vier Jahren übernahm er das Café Huttenhof in der Steinheimer Altstadt. Im März kürte das Gourmet-Magazin „Der Feinschmecker“ den Huttenhof zu den besten Cafés in Deutschland. Laut Schimmelpfennig führten Kreationen wie seine Apfelweincreme-Torte und das „traditionelle Backen mit frischen Zutaten, ohne industrielle Vorprodukte“ zum Titel.

Dass die Wiedereröffnung des Museumscafés nicht gleich zu Beginn des neuen Jahres erfolgen kann, erklärt Schimmelpfennig mit der Personalbeschaffung, einer Vollzeitkraft und voraussichtlich zwei Aushilfen für die Wochenenden, und mit dem Umbau des Vorbereitungsraumes. Dort müsse ein Wasserschaden behoben und eine neue Küche installiert werden. Wer die Kosten übernimmt, sei noch offen.

Fest steht hingegen, dass Schimmelpfennig das Kuchen- und Tortenangebot vergrößern wird – vor allem an den Wochenenden. Zudem will er auch Herzhaftes bieten Quiche oder Suppen. „Das Museumscafé lief 25 Jahre, warum soll es jetzt nicht weiterlaufen“, sagt Emanuel Schimmelpfennig.

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