Maintal Fluglärm

Mitstreiter für mehr Ruhe gesucht

Eine Handvoll Fluglärmgeplagte in Maintal will am Donnerstag eine Bürgerinitiative gründen. Nach ihrer Einschätzung hat mit der neuen Landebahn der Fluglärm in Maintal stark zugenommen, wobei die Belastungen in den vier Stadtteilen überall je nach Wind und Wetterlage anders seien.

Von Christoph Süß

"Wir müssen uns zusammentun“, sagt Birgit Delleske. Die Hochstädter Heilpraktikerin hat deshalb mit anderen Maintalern Kontakt aufgenommen, die sich am zunehmenden Flugverkehr über der Stadt stören. Sie wollen auf einem Infoabend am Donnerstag Mitstreiter für die Gründung einer Bürgerinitiative gewinnen, um den Protest stärker nach Außen zu tragen und mehr Druck auf die Politik auszuüben.

Die Rodenbacher Erklärung, die das Parlament unterzeichnet hat, ist den Männern und Frauen um Delleske zu wenig. „Die Politik soll sich bewegen“, fordert der Bischofsheimer Politologe Ralf Vandamme, der am Donnerstag zu seinen Mitbürgern sprechen will. Er will erreichen, dass die neue Landebahn wieder geschlossen wird. „In einer Demokratie muss so etwas möglich sein“, findet er.

In der Erklärung ist davon keine Rede. Deren Forderungen sind schließlich so gehalten, dass sie auch von Politikern unterschrieben werden konnte, die den Ausbau des Flughafens befürwortet haben. So pocht sie auf das Nachtflugverbot und höhere Überflüge, leisere Anflugverfahren und eine Prüfung anderer Routen.

Das Dokument wurde vor anderthalb Jahren von der Interessengemeinschaft Fluglärm Hanau-Kinzigtal (IGF) zusammengestellt, nachdem der Fluglärm aufgrund der neuen Landebahn stark zugenommen hatte. Nach Einschätzung der Initiatoren für eine eigene Bürgerinitiative gilt dies auch für Maintal, wobei die Belastungen in den vier Stadtteilen überall je nach Wind und Wetterlage anders seien.

Bisher gibt es nur vier Familien und einen Rentner, die sich miteinander vernetzt haben. „Wir haben alle Eigentum hier“, sagt eine Lehrerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will. Ralf Vandamme, überlegt sich sogar, aus Maintal wegzuziehen, weil er die Streuobstwiesen vor der Haustür laut eigener Aussage ob der permanenten Geräuschkulisse nicht mehr genießen kann.

Heilpraktikerin Delleske macht sich ernsthaft Sorgen um die Gesundheit ihrer Mitbürger. „Wir atmen das alles ein“, sagt sie. Auch deshalb dürfe es am Himmel nicht mehr Flugzeuge geben. Sie war schon am Frankfurter Flughafen und hat dort protestiert. Maintal sei dabei nicht sichtbar gewesen, das müsse sich ändern. Schon für den kommenden Montag ist eine gemeinsame Bahnfahrt mit der neuen BI geplant.

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