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Jetzt besonders nachgefragt bei Investoren: Gold.
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Jetzt besonders nachgefragt bei Investoren: Gold.

Messing statt Gold

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Hohe Nachfrage sorgt bei Heraeus für Sonderschichten / Schmuckgestalter wählen günstige Alternativen

Wenn an der Börse die Kurse taumeln, erweist sich der Goldpreis noch als eine der wenigen verlässlichen Größen auf dem Finanzmarkt. Die Unze (31 Gramm) kostet aktuell rund 1250 Euro. Das spüren nicht nur Anleger an den weiter in die Höhe schießenden Preisen, sondern auch all jene, die das gelbe Edelmetall verarbeiten, etwa bei der Firma Heraeus. Dort werden nun an sechs Tagen in der Woche und in Extra-Schichten Kleinbarren für Investoren gegossen.

„Zu Zeiten der Lehman-Pleite war die Nachfrage noch deutlich höher“, beschreibt Wolfgang Wrzesniok-Roßbach, Edelmetallexperte bei Heraeus, die gegenwärtige Lage – es gebe keine langen Lieferzeiten Der Bedarf von „viermal neuner Gold“, so genannt wegen seiner Reinheit von 99,99 Prozent, könne von einem auf den anderen Tag erfüllt werden. Die handlichen goldenen Klötzchen werden aus Goldgranulat produziert und geprägt.

Die Investorenbarren sind meist in der Gewichtsklasse von ein bis 100 Gramm erhältlich, erklärt Wrzesniok-Roßbach. Die landläufig bekannten 12,5 Kilogramm-Ziegel eigneten sich hingegen nicht für Geldanleger, weil der Reinheitsgehalt etwas geringer sei. Diese Edelmetallblöcke verwenden Institutionen und Staaten zur Kredit- und Währungssicherung.

Das Gießen von Barren stellt nur eine kleine Sparte in der Edelmetallverarbeitung dar. „Au“, so die chemische Kurzbezeichnung von Gold, wird bei Heraeus vor allem für industrielle Vorprodukte benötigt – und das im zunehmenden Maße, so der Edelmetallexperte. Der Hanauer Technologiekonzern produziert aus Gold beispielsweise keramische Farben, Maschinenteile und extrem feine Bond-Drähte, die in elektronischen Chips den Kontakt nach außen herstellen.

Bei Computern oder anderen elektronischen Geräten sei nicht mit einer Verteuerung zu rechnen, sagt Wrzesniok-Roßbach. Die Mengen, die sich in einem Chip befinden, seien zu gering. Dennoch wird auch diesen Bauteilen das enthaltene Edelmetall herausgeholt, wenn sie ausgedient haben. Jährlich gelangen rund 2700 Tonnen neues Gold und ungefähr 1600 Tonnen recyceltes Au auf den Markt – dazu trägt auch Heraeus bei.

„Für unsere Schüler wirkt sich der Goldpreis dramatisch aus“, sagt Gabriele Jahns-Duttenhöfer, Leiterin der Staatlichen Zeichenakademie, auf Anfrage. Es werde immer schwieriger, einen Entwurf auf Papier in Gold zu realisieren. Denn die Materialkosten müssen der Schüler selbst tragen.

Für die angehenden Schmuckgestalter sei oft auch Silber keine bezahlbare Alternative mehr. „Mit dem Preis für Gold steigt in der Regel der für Silber.“ Eine Kanne aus dem hellen Metall könne allein einen Materialwert in Höhe von 1000 Euro besitzen.

Als preisgünstige Alternative für Gold bleibt immerhin eine Messinglegierung. In der Verarbeitung unterscheiden sich die Materialen, aber „die Kreativität wird nicht gebremst“, stellt Jahns-Duttenhöfer fest.

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