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Messerstecher muss in Haft

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Von: Detlef Sundermann

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Die blutige Randale vor einem Schnellimbiss in Gründau wegen einer Bulette hat für zwei Brüder aus Hanau, 22 und 27 Jahre alt, vor dem Schwurgericht eine folgenschwere Aufarbeitung gefunden. Die Strafkammer verurteilte den 22-Jährigen am Dienstag wegen gefährlicher Körperverletzung in drei Fällen sowie wegen Sachbeschädigung und Beleidigung zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis.
Die blutige Randale vor einem Schnellimbiss in Gründau wegen einer Bulette hat für zwei Brüder aus Hanau, 22 und 27 Jahre alt, vor dem Schwurgericht eine folgenschwere Aufarbeitung gefunden. Die Strafkammer verurteilte den 22-Jährigen am Dienstag wegen gefährlicher Körperverletzung in drei Fällen sowie wegen Sachbeschädigung und Beleidigung zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis. © ddp

Die nächtliche Randale vor einem Schnellimbiss und die schwere Verletzung eines Unbeteiligten muss ein 22-Jähriger büßen. Das Schwurgericht Hanau verurteilte ihn zu fünfeinhalbb Jahren Gefängnis.

Die blutige Randale vor einem Schnellimbiss in Gründau wegen einer Hamburger-Bulette hat für zwei Brüder aus Hanau, 22 und 27 Jahre alt, vor dem Schwurgericht eine folgenschwere Aufarbeitung gefunden. Die Strafkammer verurteilte den 22-Jährigen am Dienstag wegen gefährlicher Körperverletzung in drei Fällen sowie wegen Sachbeschädigung und Beleidigung zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis.

Sein älterer Bruder wurde wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung zu 19 Monaten Haft verurteilt. Seine Strafe wird zu drei Jahren auf Bewährung ausgesetzt. Er muss zudem 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Trotz des Konsums von Alkohol und Drogen der Angeklagten am Tattag stellte das Gericht keine eingeschränkte Steuerungsfähigkeit fest.

Die Männer wollten nach einem Discobesuch vor gut einem Jahr nachts im nahen McDonald´s essen. Dort war man jedoch im Begriff, Feierabend zu machen, und wollte nichts mehr verkaufen. Der 22-Jährige beschimpfte eine Angestellte daraufhin so brachial, dass die Frau bis heute traumatisiert ist.

Ein völlig Unbeteiligter wird zum Opfer der Brüder

Als die Brüder vom Türsteher hinauskomplimentiert waren, randalierten sie draußen, zwei Scheiben gingen zu Bruch. Die Stimmung war aufgeheizt. Die Bemerkung "Was ist denn hier los?" eines Unbeteiligten zu einer weiteren Person ließ die Situation eskalieren.

Der 22-Jährige verpasste dem Fragesteller mit einem Schlagring einen Hieb gegen die Stirn. Als zwei Männer dem Opfer zu Hilfe eilten, schritt der 27-jährige Bruder ein und drosch mit einem Ledergürtel auf die Gegner ein. Und der 22-Jährige zückte ein Messer und verletzte einen Mann im Gesicht, einen anderen am Hals - dicht an der Halsschlagader.

Ob der 27-Jährige seinen Bruder zum Messerangriff angestiftet hat, konnte in der Zeugenvernehmung nicht geklärt werden. Weil der Angeklagte aber kein zweites Mal zugestach, sah das Gericht keinen versuchten Totschlag.

Die beiden Brüder sind der Justiz als erheblich straffällig bekannt. Mit der Bewährungsstrafe soll der 27-Jährige, der bereits unter Bewährung steht, wegen seiner guten Sozialprognose eine letzte Chance erhalten.

Gegen den 22-Jährigen ermittelte die Polizei schon 160 Mal

Der Vorsitzende Richter Peter Graßmück äußerte hingegen "Zweifel an der Einsicht" des 22-Jährigen, gegen den die Polizei bislang mehr als 160 Ermittlungen anstrengte und gegen den noch vier mögliche Anklagen vorliegen - auch wegen Körperverletzung.

Ein Gutachter hatte den jungen Mann als "dissozial" eingestuft, der keine Empfindung gegenüber anderen Menschen habe. Das Gericht hat laut Graßmück eine Sicherungsverwahrung diskutiert, sie jedoch zugunsten einer möglichen Resozialisierung im Gefängnis verworfen. Das geringe Lebensalter des Mannes gebe hierzu Hoffnung, so Graßmück.

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