Hauptbahnhof Hanau, Treppen zu den Gleisen. Foto: Martin Weis
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Hauptbahnhof Hanau, Treppen zu den Gleisen. Foto: Martin Weis

Hanau

Mehr Licht im Bahnhofstunnel

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
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Die Stadt Hanau beteiligt sich an den Kosten für Modernisierung und Barrierefreiheit des Bahnhofs.

Der Zugang zu den Regionalzügen an den Gleisen 102 bis 104 ist künftig stufenlos möglich. Außerdem soll der Fußgängertunnel zu den Bahnsteigen einer deutlichen Umgestaltung unterzogen werden: Die Stadtverordneten stimmten am Montagabend der Vorplanung zum knapp 8,4 Millionen Euro teuren Bahnhofsumbau-Projekt zu, an dem sich die Stadt mit mehr als drei Millionen Euro beteiligt. Das Land wird voraussichtlich einen höheren Zuschuss geben. Der Baubeginn wird auf Ende 2019 terminiert.

Mit mehr Licht, bunt gekachelte Wänden und frischem Anstrich an der Decke soll die Tristesse des knapp 180 Meter langen Fußgängertunnels zu den Gleisen weichen. Möglich ist aber auch eine elegante Wandgestaltung mit farbigen Glaspaneelen nach dem Vorbild des Oberurseler Bahnhofs. Dann würde die Rechnung allerdings um 120 000 Euro höher ausfallen. Zudem ist angedacht, in der Unterführung ein neues Informationssystem zu installieren. Über die Gestaltungsdetails soll nach der Vorplanung abgestimmt werden.

Für manchen der werktags bis zu 30 000 Bahnnutzer ist die Optik des aus den 1960er Jahren stammenden Bahnhofs, der seither scheinbar kaum der Zeit angepasst worden ist, vielleicht nicht so wichtig. Aber auch diejenigen, die mit viel Gepäck, dem Rad oder schlicht nicht gut zu Fuß unterwegs sind und die langen Treppen zum Bahnsteig hoch- oder hinuntersteigen müssen, können aufatmen: Künftig sollen die stark frequentierten Plattformen zu den Gleisen 102 bis 104 per Aufzug erreicht werden können. Zum Aufzugbau empfiehlt die Bahn die sogenannte Y-Variante, bei der sich die Treppe links und rechts um den Liftschacht teilt. Diese Lösung ergebe ein helleres Erscheinungsbild. In Frankfurt-Höchst ist die Y-Variante umgesetzt worden, die zudem deutlich günstiger komme als der bestehende Aufzugbau in Hanau am S-Bahn-Gleis. Eine 80 Meter lange Rampe stellt laut Bahn eine weitere Option dar, die gleichwohl die teuerste sei, dafür später aber keine Betriebskosten verursache.

Bislang besteht der Komfort, barrierefrei den Zug zu erreichen, nur bei den S-Bahn-Linien S8 und S9 – seit der Linieneröffnung im Jahr 1995. Nichts ändern wird sich auf absehbarere Zeit für Fernreisende; sie werden weiterhin Koffer oder Kinderwagen über die Treppen schleppen. Generationen von Behindertenbeauftragten und ein ehemaliger CDU-Landtagsabgeordneter versuchten den stufenfreien Zugang zu allen Bahnsteigen zu erkämpfen – erfolglos.

Wohl auch nicht zuletzt, weil die Modernisierung des Hauptbahnhofs immer wieder in Verbindung mit dem Bau der nordmainischen S-Bahn gebracht worden ist. Für diese Linie sollen weitere Bahnsteige modernisiert werden. Die Nordmainische wird nach derzeitigem Plan frühestens 2021 gebaut. Der Zeitplan gilt weiterhin; das Projekt befinde sich in der Planfeststellungsphase, teilt die Bahn der FR mit. Die Verwirklichung der knapp 20 Kilometer langen Neubaustrecke geriet vor allem wegen der Kosten und der erheblichen Deckungslücke ins Stocken. Ob die zuletzt genannten 425 Millionen Euro bis zum Baubeginn gehalten werden können, darüber wollte ein Sprecher der Bahn sich nicht äußern.

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