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Herz-Kreislauf-Leiden hängen auch mit psychischer Überlastung zusammen.
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Herz-Kreislauf-Leiden hängen auch mit psychischer Überlastung zusammen.

Main-Kinzig-Kreis Gesundheitsstudie

Mehr Herz-Kreislauf-Kranke

  • Gregor Haschnik
    VonGregor Haschnik
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Der Gesundheitsreport der DAK vermeldet einen Anstieg von Herz-Kreislauf-Erkrankungen um mehr als 30 Prozent im Main-Kinzig-Kreis. Noch häufiger waren im vergangenen Jahr jedoch Muskel- und Skeletterkrankungen wie Rückenleiden.

Die Beschäftigten im Kreis haben 2012 deutlich häufiger unter Herz-Kreislauf-Problemen gelitten als im Vorjahr. Die Zahl der Fehltage wegen dieser Leiden ist von 69 Tage pro 100 Krankenversicherte auf 94 Tage gestiegen. Am häufigsten waren jedoch Ausfälle wegen Muskel- und Skeletterkrankungen, zum Beispiel Rückenleiden. Sie waren die Ursache für 23 Prozent der Fehlzeiten. Und auch bei diesen Krankheiten gab es einen Anstieg, und zwar um rund 10 Prozent. Insgesamt liegt der Kreis bei der Ausfallzeit mit 4,1 Prozent (41 von 1000 Versicherten waren demnach an einem Tag krankgeschrieben) knapp über dem hessenweiten Durchschnitt von 4 Prozent, ähnlich wie im Vorjahr.

Zu diesen Ergebnissen kommt der sogenannte Gesundheitsreport der Krankenkasse DAK. Laut DAK basieren die Zahlen auf Daten zur Arbeitsunfähigkeit sowie auf einer repräsentativen Befragung von Beschäftigten im Alter von 18 bis 65 Jahren. Nach eigenen Angaben betreut die Kasse im Main-Kinzig-Kreis rund 44 000 Versicherte aus allen Berufs- und Altersgruppen. Dies entspreche einem Marktanteil von zehn Prozent.

Den höchsten Krankenstand gibt es den Angaben zufolge in den Landkreisen Gießen, Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg (4,8 Prozent), den niedrigsten Krankenstand in den Kreisen Hochtaunus und Main-Taunus (3,3 Prozent).

Die zweithäufigste Ausfallursache im Main-Kinzig-Kreis waren Atemwegserkrankungen (16 Prozent), die dritthäufigste psychische Leiden (13 Prozent). Auf letzteren lag der Fokus bei der DAK-Studie. Im Kreis sind die Fehltage wegen seelischer Krankheiten 2012 um vier Prozent zurückgegangen. Doch eine hessenweite Langzeitstudie verzeichnet für die vergangenen zwölf Jahre einen Anstieg von 83 Prozent.

Arbeitgeber in die Pflicht nehmen

„Hinzu kommt, dass die Herz-Kreislauf- oder die Rückenkrankheiten auch Folgen einer psychischen Überlastung sein können“, sagt Tanja Schreiber-Ries, Leiterin des DAK-Servicezentrums in Hanau. Die Ärzte, die die Studie betreut haben, geben unter anderem Arbeitsverdichtung und einen stärkeren Konkurrenzdruck als Gründe für die Ausfälle an. Als großen Risikofaktor sehen sie ständige Erreichbarkeit.

Thomas Schillen, Direktor der Hanauer Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, sagt: „Vielen Menschen fehlt ein soziales Netz. Es gibt immer mehr Singles.“ Schillen nimmt die Arbeitgeber in die Pflicht: Prävention sei heute eine zentrale Aufgabe von Führungskräften, diese müssten besser auf die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiter aufpassen. Gleichzeitig appelliert er an die Eigenverantwortung: „Jeder muss auch selbst darauf achten, dass er sich genug Zeit für soziale Kontakte, Bewegung und Dinge, die ihm Freude machen, nimmt.“

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