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Mehr Geschäfte am Freiheitsplatz

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Von: Pamela Dörhöfer

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Das einstige Warenhaus steht seit Frühjahr 2010 leer.
Das einstige Warenhaus steht seit Frühjahr 2010 leer. © Sascha Rheker

Investor HBB hat die Möglichkeit, zusätzliche Grundstücke in der Hanauer Innenstadt zu kaufen. Einige Politiker fordern nun eine neue Planung für das Areal rund um den Freiheitsplatz.

Und wieder einmal ist eine Diskussion um die Bebauung des Freiheitsplatzes, dem Dauerthema der letzten Jahrzehnte, entbrannt – obwohl mit Abschluss des Wettbewerblichen Dialogs im vergangenen Sommer das künftige Gesicht dieses zentralen Ortes eigentlich feststehen sollte: Die Fraktion der Linken und Grünen-Sprecher Elmar Diez fordern nun, mit den Planungen noch einmal neu anzufangen. Die CDU will das bisherige Konzept zwar keineswegs umkrempeln, mahnt aber mindestens 600 statt der vorgesehenen 300 Plätze in der Tiefgarage und eine andere Ausfahrt an.

Hintergrund dieser Überlegungen ist die Aussicht, dass die HBB weitere Grundstücke am Rand des Freiheitsplatzes erwerben kann: Der Investor für die Umgestaltung der Hanauer Innenstadt verhandelt derzeit mit dem Highstreet-Konsortium den Erwerb des verwaisten Karstadt-Warenhauses und mit dem Hamburger Unternehmen ECE den Kauf des früheren Sportladens Barthel.

Die Linksfraktion will deshalb in der nächsten Parlamentssitzung beantragen, einen neuen Bebauungsplan zu erstellen. Es sei „sinnvoller“, zuerst die beiden leer stehenden Gebäude zu nutzen und auf eine vollständige Bebauung des Platzes zu verzichten, sagt Fraktionschef Jochen Dohn.

Auch Grünen-Sprecher Elmar Diez schreibt in einem Leserbrief an die „Hanau Post“, es sei „unumgänglich“, „wieder von vorn zu beginnen“. Sollte die HBB die Grundstücke kaufen, gebe es keinen Grund mehr, die Bäume auf dem Platz zu fällen. Die Position der Grünen-Fraktion ist das aber nicht, erklärt deren Vorsitzender Wulf Hilbig der FR: „Wir sind nicht der Meinung, dass das Rad zurück gedreht werden sollte“. Gleichwohl hoffe auch die Fraktion auf den Erhalt der Bäume.

Allen Spekulationen um eine komplett neue Planung erteilt Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) ohnehin eine Absage: „Wir werden das Ergebnis des zweijährigen Vergabeverfahrens nicht in Frage stellen.“ Das sei weder inhaltlich gewollt noch vergaberechtlich möglich.

Martin Bieberle, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung und Bürgerservice, deutet gegenüber der FR an, dass auf den ehemaligen Karstadt- und Barthel-Flächen (rund 11000 Quadratmeter) neuer Einzelhandel als Ergänzung zum geplanten Einkaufszentrum auf dem Freiheitsplatz entstehen wird – sollte die HBB das Areal erwerben. Das sei aber längst nicht sicher: „Es gibt noch erhebliche wirtschaftliche und juristische Fragen zu klären.“ Auch seien diese Immobilien „nicht auf dem Schnäppchenmarkt zu haben“, zudem müssten die Gebäude abgerissen werden. Bieberle geht davon aus, dass eine Entscheidung bis Ende Januar fällt.

Für den Fall, dass die HBB kauft, würden die geplanten 300 Parkplätze nicht ausreichen, räumt er ein. Auch die Verkehrssituation und die Ausfahrt der Tiefgarage seien noch einmal „zu diskutieren“. Befürchtete Probleme mit dem Verkehr waren laut Bieberle auch ein Hauptthema der 38 Einwendungen von Bürgern gegen das Vorhaben Freiheitsplatz.

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