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Andreas Kowol fühlt sich in Hanau wohl.
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Andreas Kowol fühlt sich in Hanau wohl.

Bilanz Stadtrat

Mehr Bäume und eine offene Tür

  • Uta Grossmann
    VonUta Grossmann
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Nach 100 Tagen im Amt zieht Hanaus Stadtrat Andreas Kowol eine positive erste Bilanz: Der hauptamtlicher Stadtrat mit der Zuständigkeit für Umwelt, Klimaschutz, Mobilität und Bauen sei gut angekommen und an vielen Stellen „fast begeistert“ über das, was er alles vorgefunden habe.

Zwei seiner zehn Fahrräder hat der passionierte Radsportler schon in Hanau. Darauf erkundet Andreas Kowol, so oft es seine Zeit zulässt, die Stadt. Es ist eine „autogerechte“ Stadt, das ist dem Grünen-Politiker gleich aufgefallen. Aber als hauptamtlicher Stadtrat mit der Zuständigkeit für Umwelt, Klimaschutz, Mobilität und Bauen kann er darauf Einfluss nehmen, dass künftig auch Radfahrer und Fußgänger stärker zu ihrem Recht kommen.

Für den Naturschutz

100 Tage ist Kowol nun dritter hauptamtlicher Stadtrat in Hanau. Er nahm das am Donnerstag zum Anlass für eine erste Bilanz. Sie fiel positiv aus. Er sei gut angekommen und an vielen Stellen „fast begeistert“ über das, was er in der 91 000-Einwohner-Stadt vorgefunden habe, sagte Kowol. Seit er am 1. Juli seine Arbeit aufgenommen habe, gestalte sich die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Eigenbetriebe Immobilien und Baumanagement und Infrastruktur Service, mit den Kollegen anderer Bereiche der Stadtverwaltung sowie mit den beiden Hauptamtlichen, Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Axel Weiss-Thiel (beide SPD) „äußerst angenehm“.

Mit dem Ressortzuschnitt komme er gut zurecht, sagte Kowol. OB Kaminsky hatte nach dem Ausscheiden des FDP-Stadtrats Ralf-Rainer Piesold die Wirtschaftsförderung seinem eigenen Dezernat zugeschlagen und die Zuständigkeiten aller drei Ressorts verändert. Die drei Dezernenten verstünden sich menschlich gut und stimmten sich eng ab, so Kowol. Aufgaben würden projektbezogen untereinander aufgeteilt, auch über Ressortgrenzen hinweg.

Als Beispiel nannte er die Diskussion um die Techno-Party „Love Family Park“. Das Regierungspräsidium wollte keine Ausnahmegenehmigung mehr für die Veranstaltung im Naturschutzgebiet Mainwiesen in Großauheim erteilen. Kowol regte ein Monitoring an, das die Auswirkungen der Party untersuchen soll, so dass je nach Ergebnis auf sachlicher Grundlage über weitere Ausnahmegenehmigungen entschieden werden kann. Der eigentlich für Umweltschutz zuständige OB sei froh gewesen, dass Kowol als Grüner sich für den „Naturfrevel“ der Großveranstaltung im Naturschutzgebiet einsetze. Ein Gespräch im hessischen Umweltministerium mit Vertretern der Oberen und Unteren Naturschutzbehörde (Regierungspräsidium und Stadt Hanau) ist geplant.

Kowol hat in seinen ersten 100 Tagen im Amt viele Kontakte geknüpft, was besonders wichtig sei, „weil ich kein Ur-Hanauer bin“. Er betonte: „Meine Tür steht immer offen.“

Eine dynamische Entwicklung

Der Stadtrat hat noch viel vor. Hanau soll grüner werden, deshalb will er 2000 Bäume zusätzlich pflanzen. Der Nahverkehr soll ausgebaut werden, denn durch den Stadtumbau sei in Zukunft mit einer Nachfragesteigerung um zehn Prozent zu rechnen. Trotzdem soll der Zuschuss für die Busse nicht steigen. Es soll leiser werden in der Stadt, deshalb setzt sich Kowol für ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr ein. Er sagt Hanau eine dynamische Entwicklung voraus. Die Stadt verfüge durch die Areale, die mit dem Abzug der US-Armee frei geworden sind, über ein riesiges Flächenpotenzial, das intelligent entwickelt worden sei. Hier sieht er die Stadt in der Pflicht, preiswerten Wohnraum zu sichern, wenn die Immobilienpreise steigen.

Der 51-jährige Betriebswirt war seit 1996 bei der Stadt Wiesbaden tätig und befasste sich unter anderem mit den Themen Flughafenausbau, Nahverkehr und Umwelt. Noch wohnt er in Walluf im Rheingau, doch er ist gerade dabei, sich in Lamboy ein Haus zu kaufen. Nächstes Jahr will er mit Frau und Kindern einziehen – zumindest mit dem Sohn, denn die Tochter studiert inzwischen in Tübingen.

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