Kommentar

Massiver Flurschaden

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
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Die Technoparty Love Family Park gehört seit 17 Jahren zu Hanau. Sie kam einst in die Industriestadt, obwohl dort bis heute keine Clubszene für diese Musikrichtung zu finden ist. Warum sollte die Party auch Auswirkungen auf die Kultur der Stadt haben, zumal deren junge Musikszene seit Jahren vor sich hindarbt? Auch ist der Imagegewinn für Hanau begrenzt. Das Gros der bis zu 20.000 Besucher aus der Republik und dem Ausland sucht nur den Veranstaltungsort auf.

Die Technoparty Love Family Park gehört seit 17 Jahren zu Hanau. Sie kam einst in die Industriestadt, obwohl dort bis heute keine Clubszene für diese Musikrichtung zu finden ist. Warum sollte die Party auch Auswirkungen auf die Kultur der Stadt haben, zumal deren junge Musikszene seit Jahren vor sich hindarbt? Auch ist der Imagegewinn für Hanau begrenzt. Das Gros der bis zu 20.000 Besucher aus der Republik und dem Ausland sucht nur den Veranstaltungsort auf.

Was bleibt, ist ein massiver Flurschaden auf der Mainwiese. Zu diesem Schluss kommt der von der Stadt beauftragte Gutachter. Das ist bei den Aufbauten und Menschenmengen nicht verwunderlich. Bei einer einfachen Weidewiese wäre das nicht weiter schlimm.

Anders verhält es sich beim Landschaftsschutz. Gewiss grünt der Boden auch nach der Technoparty wieder im nächsten Frühjahr, das wird sich in ein paar Wochen zeigen. Aber die eigentliche Funktion im Landschaftsschutzgebiet Hessische Mainaue wird offenbar gestört. Per Definition der Oberen Naturschutzbehörde, dem Regierungspräsidium, tragen diese Gebiete zum Erhalt der Vielfalt, Eigenart und Schönheit des Landschaftsbilds bei – und damit ist nicht nur ein grüner Anblick gemeint. Das Gutachten sieht diesen Zweck gefährdet.

Nun versucht die Stadt, den Spieß umzudrehen. Wenn schon keine Aussicht auf eine Sondergenehmigung besteht, dann soll eben der Schutzstatus aufgehoben werden.

Fraglich ist, ob RP und Naturschützer in diesem Fall mitspielen werden. Ein Ja wäre allgemein ein schlechtes Zeichen für den Landschaftsschutz. Es täte sich ein Tor auf, auf dessen Öffnung viele Kommunen und andere Interessenten nur warten.

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