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"Liquid Sound" in der neuen Bad Orber Toskana-Therme. Am 4. September legt hier DJ Frank N. aus dem Frankfurter Cocoonclub auf.

Bad Orb

In Musik baden

In der Toskana-Therme wird der "Liquid Sound" aufgedreht - und das soll unter Wasser selbst älteren Semestern Lust auf Techno machen. "Das Medium Wasser löst festgefahrene Geschmacksgrenzen", verspricht der Kulturdirektor.

Von Jörg Andersson

Micky Remann und Klaus-Dieter Böhm fiebern den kürzeren Tagen entgegen. Dann werde das Zusammenspiel zwischen Klang, Wasser und Farben viel intensiver erlebbar, sagt Remann, Kulturdirektor der Toskana Therme und Pionier der Unterwassermusik. Und Geschäftsführer Böhm rechnet fest damit, dass im Herbst dann endlich der „richtige Tusch“ für die neue Therme erfolge, die in den ersten vier Monaten eher durch beschädigte Becken und einen bescheidenen Besucherzuspruch auffiel.

Nun also soll das 25-Millionen-Euro-Projekt nicht nur als Badetempel, sondern auch als Kulturkugel glänzen. Es lebe der „Liquid Sound“, der das Publikum im mit Wasser gefüllten Konzertsaal „schweben, lauschen, tanzen und träumen“ lässt. Der Veranstalter-Werbung fügt Remann ein Versprechen hinzu. „Das Medium Wasser löst festgefahrene Geschmacksgrenzen.“ Auch ältere Menschen fänden dann Zugang zum wummerenden Techno-Beat. Das sei dann ein generationsübergreifendes und deshalb bemerkenswertes Projekt für eine Kurstadt wie Bad Orb.

Vollmond-Konzerte hat es bereits eine Handvoll gegeben in Bad Orb, ebenso literarische Aufgüsse in der Sauna, den nächsten am Sonntag, 29. August, ab 12.30 Uhr mit Mark Twains Abenteuerheld „Huckleberry Finn“.

Was dann an jedem ersten Samstag im Monat im „Liquid Sound Club“ läuft, mag auf Anhieb nur Kennern der Techno-Szene etwas sagen, weshalb Remann seine Wegbegleiter noch einmal vorgestellt hat: DJ Frank N. etwa aus dem Frankfurter Cocoonclub, der am 4. September, ab 21 Uhr Elektro-Musik mit asiatischen und mediterranen Einflüssen mixt. Oder Alez Azary und Gabriel le Mar, die am 2. Oktober zur „Space Night“ bitten. Nachtschwärmer haben das Musikformat im Anfangsstadium möglicherweise schon im Bayerischen Fernsehen verfolgt.

In der Liga der Liquid-Sound-Promoter spielt auch Franz Aumüller mit, der von einem „Höhepunkt und Heimspiel“ schwärmt. Der Kulturattaché des Cocoonclubs wohnt in Wächtersbach und hat 1995 seine erste Unterwasserklang-CD im örtlichen Studio Kolb produziert. Partner und Komponist Dieter Kolb kennen einige noch als „Supersempfft“.

Aus vielen Zutaten wird das „Liquid Sound Festival“ am 6. und 7. November geformt. Zur Multimedia-Kunst sind auch die Toskana Thermen in Bad Sulza und Bad Schandau zugeschaltet. Der Programm-Mix geht bis Sonntagmittag. Zwanzig Euro kostet der Eintritt für all jene, die nicht die Gelegenheit zum kostenlosen Eintritt zwischen 2 und 4 Uhr nachts nutzen. „Die schrägste Zeit“ sei gegen 6 Uhr morgens, sagt Remann und Böhm rechnet fest damit, dass dann reichlich Szenepublikum aus dem Rhein-Main-Gebiet nach Bad Orb strömt.

www.toskanaworld.net

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