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Manga, Breakdance und Graffiti

Hanau Stadtwerke bieten Hip-Hop- und Zeichen-Workshops für Jugendliche an

Von Nicolas Gassmann

Dumpfe Bässe wummern über das Gelände der Stadtwerke. Vor der besprühten Wand eines Werksgebäudes liegen unzählige Farbdosen. Ein Affe mit einem Blitz in der Hand ziert die Mauer, über ihm schwebt eine Regenwolke gefüllt mit Schriftzügen, aus der ein Regenbogen wächst.

Graffitis sind oft als Schmierereien verrufen. Vor allem die sogenannten „Tags“ – eine Art Unterschrift der Sprayer – sorgen bei Hausbesitzern und Stadtbewohnern immer wieder für Ärger. Als Kunstform können Graffitis aber auch triste Flächen der Innenstadt verschönern, wie die Künstlergruppe „Hanau Radau“ beweist. Die Gruppe hat zum Beispiel die Unterführung am Nordbahnhof neu gestaltet.

Legal und auf Wunsch der Stadtwerke haben sie die Mauer auf dem Werksgelände verziert – zusammen mit den Jugendlichen, die an den „Street Talent Summer Workshops 2011“ der Stadtwerke teilgenommen haben. Das Motiv lieferten die Profis, die Jugendlichen durften sich an einem Teil des Bildes austoben.

Trotz des Wetters waren die Workshops alle gut belegt. „Wir hatten 200 bis 300 Besucher über den Tag“, teilt Clemens Boecker, Geschäftsführer der Stadtwerke Hanau, erfreut mit. „Wir können uns gut vorstellen, die Aktion zu wiederholen und freuen uns, ein modernes Image nach außen tragen zu können.“

Vorbild ist laut Boecker ein Kunstprojekt in den 90er Jahren in Hannover. Dort wurde die U-Bahn-Station Sedanstraße von Graffiti-Künstlern neu gestaltet. Bis heute hätte die Station keine Probleme mit Vandalismus durch Graffitis, da die Sprayer ihre Werke nicht übersprühen.

„Wilde Graffiti sind eine Form von Sachbeschädigung und Vandalismus, während präventive Projekte zu einem positiven Stadtbild beitragen und eine gelungene Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in ihrer Stadt bedeuten“, sagt Stephanie Kämmerer von der Stabsstelle für Prävention des Jugendbildungswerks. Durch Aktionen wie die Workshops der Stadtwerke will sie junge Leute dazu bringen, die Stadt auf legale Weise zu verschönern.

Motiv fürs T-Shirt

Auf dem Werksgelände am Kurt-Blaum-Platz bieten namhafte Künstler aus der Gegend Hip-Hop- und Zeichenworkshops für Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren an. Der Comiczeichner „Rautie“ zeigt, wie man Köpfe, Körper und Gesichter malt.

Beim Workshop „Manga“ – dem asiatischen Pendant zum Comic – zeigt Wolfgang Putz, wie der typische Stil entsteht. Wer Lust hat, kann sich sein Motiv mit einer Schablone auf T-Shirts sprühen.

„MC Loudz“ und „Äl“, zwei Rapper aus Hanau, bieten einen Einblick in die Hip-Hop-Kultur. Sie zeigen, wie man Texte reimt und sie passend zum Beat schreibt. Am Abend kann die Show vor Publikum auf der Bühne aufgeführt werden. Für die kleinen Rapper ist es ein Erlebnis, ihre Texte mit voller Lautstärke über den Platz schallen zu lassen.

Die Breakdance-Truppe „Sorrow Crew“ rundet das Hip-Hop-Programm ab und bringt nach einem eindrucksvollen Auftritt den Teilnehmern ein paar Grundtechniken des Breakdance bei. Der „6-Step“ zum Beispiel – eine Tanzbewegung am Boden, die aus sechs Schritten besteht – sieht so einfach aus, als könnte es jeder. Die Schüler verknoten sich aber schon daran die Beine. „Es ist schwierig – Trainingsfortschritte sieht man nur sehr langsam“, erzählt Rolf Wegner von den Sorrows. Über zehn Jahre Training lässt es bei den Profis so einfach aussehen.

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