Maintal

Norma-Betriebsrat siegt vor Gericht

  • Gregor Haschnik
    vonGregor Haschnik
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Der Autozulieferer muss mit den Gewerkschaftern vor Ort über den geplanten Stellenabbau verhandeln. Das hat das Arbeitsgericht Offenbach entschieden.

Im Kampf gegen den Abbau von Arbeitsplätzen beim Maintaler Autozulieferer Norma Group haben die Arbeitnehmervertreter einen ersten Erfolg errungen: Die Geschäftsführung muss über die geplante Streichung mit dem örtlichen Betriebsrat verhandeln. Das Arbeitsgericht Offenbach lehnte den Antrag von Norma, eine Einigungsstelle mit dem Gesamtbetriebsrat einzusetzen, ab. Letzterer hatte sich gegen das Vorgehen gewehrt.

Das Gericht befand, „aufgrund der konkret gegebenen Umstände“ sei der Gesamtbetriebsrat für Verhandlungen über den Personalabbau in Maintal und die Schließung des Standortes in Gerbershausen (Thüringen) nicht zuständig. „Richtiger Verhandlungspartner“ seien die beiden Betriebsräte vor Ort, teilte das Amtsgericht am Montag mit. Norma kann beim Hessischen Landesarbeitsgericht Beschwerde gegen die Entscheidung einlegen.

Eine Firmensprecherin entgegnete auf Anfrage, Norma warte die Urteilsbegründung ab und bleibe mit dem örtlichen Betriebsrat im Gespräch.

Die IG Metall begrüßte den Ausgang des Prozesses und forderte die Firma auf, auf „weitere juristische Taschenspielertricks“ zu verzichten und mit den Gewerkschaftern über die Zukunft der Standorte zu sprechen. Vor der Verhandlung am Freitag hatten 200 Beschäftigte gegen die Pläne des Unternehmens demonstriert. Norma will in Maintal, wo rund 700 Menschen arbeiten, etwa 200 Stellen streichen und das Werk in Gerbershausen mit 160 Vollzeitstellen schließen, um die Produktion größtenteils nach Tschechien zu verlagern.

Dagegen leistet die Belegschaft mit Betriebsrat sowie IG Metall Widerstand. Sie verweisen etwa darauf, dass Norma stets hohe Gewinne erzielt habe und keine Stellen nach Tschechien verlagern dürfe, um noch mehr Profit zu machen. Dies diene nur der Gier weniger Investoren. Zudem werfen sie Norma vor, die Einigungsstelle hätte dazu dienen sollen, die geplanten Maßnahmen schneller umzusetzen.

Norma weist die Kritik zurück. Die Schritte seien schmerzhaft, in einem – besonders im klassischen Automobilbereich – schwieriger werdenden Markt aber nötig, um die Zukunftsfähigkeit von Norma zu sichern.

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