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Main-Kinzig

Neue Chance für Ortsumgehung

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Weil der Verkehr immer weiter zunimmt, fordern Freigericht und Hasselroth, dass die Umgehungsstraße bald gebaut wird. Ob die Straße kommt, soll sich im Herbst entscheiden.

Seit mehr als 40 Jahren fordern Freigericht und Hasselroth eine Umgehungsstraße. Seit geraumer Zeit liegt nun eine positive Machbarkeitsstudie der Landesverkehrsbehörde Hessen Mobil in den Rathäuser der beiden Kommunen vor. Doch ein Garant für eine baldige Realisierung einer der beiden von Hessen Mobil vorgeschlagenen Varianten ist das noch nicht. Mit einer Resolution und einem Gespräch der heimischen Landtagsabgeordneten mit dem hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) sollte die Notwendigkeit in Wiesbaden verdeutlicht werden, damit das Vorhaben auf der Prioritätenliste 2021 der Straßenbauprojekte nach oben rutscht.

2012 waren die Kommunen schon einmal näher an ihrem Ziel gewesen. In Freigericht fand das Projekt in der Vorplanung jedoch keine Mehrheit, wegen des Lärm- und des Naturschutzes. „Die Verkehrsbelastung war damals schon hoch und ist heute enorm“, sagt Freigerichts Bürgermeister Albrecht Eitz (SPD). Rund 10 000 Fahrzeuge rollen pro Tag auf der L3339 durch das enge Somborn. Im Hasselrother Ortsteil Neuenhaßlau sollen es bis zu 14000 Fahrzeuge sein. „Durch den gewaltigen Wohndruck sind auf Ackerflächen Neubaugebiete entstanden, innerorts ist es zu Verdichtungen gekommen.“ Ein neues Freigerichter Wohngebiet entsteht derzeit auf dem Areal einer alten Lederfabrik, zudem wird das 3,5 Hektar große Gewerbegebiet Birkenhain II angegangen. Durch Freigericht ziehe sich zudem der Verkehr aus dem seit Jahren prosperierenden Alzenau, bemerkt Eitz.

Hasselroths Bürgermeister Matthias Pfeifer (Soziale Wählerschaft) beschreibt die Situation für seine Kommune ähnlich. „Viel Durchgangsverkehr nach Frankfurt.“ Die Bewohner im kleinen Ortsteil Gondsroth litten zudem wegen des Schülerverkehrs zu und von der Kopernikusschule in Freigericht, in die 2500 Kinder und Jugendliche gehen.

Während Pfeifer sich noch nicht auf eine Variante der Machbarkeitsstudie festlegen will, favorisiert Eitz die Nordtrasse, die s-förmig an Somborn und Gondsroth sowie westlich an Neuenhaßlau vorbeiführt. Die Trasse verläuft über Feld und Flur, bei Neuenhaßlau würde sie auch ein Stück Wald durchschneiden. Ob es zur neuen Landstraße auch einen begleitenden Radweg geben wird, ist offen. Freigericht wünscht sich dies, zur Förderung des emissionsfreien Nahverkehrs. „Es sollen daher auch an anderen Stellen Wege für Radler verbessert und sicherer werden“, so Eitz.

Neue Bewertungen

Überdies solle ungeachtet der Ortsumgehung der ÖPNV attraktiver werden. Mit der Kreisverkehrsgesellschaft werde demnächst eine „Buslinie umgestrickt“, heißt es. Das könnte auch im Sinn der Nachbarkommune Rodenbach sein, die bei einer neuen Ortsumfahrung zu dem ohnehin schon hohen Durchgangsverkehr weiteren obendrauf bekäme. Laut Bürgermeister Klaus Schejna (SPD) besteht aufgrund der räumlichen Situation in diesem Fall keine Option für eine Ortsumgehung in Niederrodenbach, außer durch ein Gewerbegebiet. Dabei will das Dorf in Sachen Wohnen und Gewerbe selbst noch ordentlich zulegen.

Staatssekretär Jens Deutschendorf (Grüne) sagte, dass die Prioritätenliste bis zum Herbst überarbeitet sei. Die Dringlichkeit der Straße sei erkannt, sie sei jedoch in Zusammenhang sämtlicher Straßenbauvorhaben zu sehen. Hessen Mobil erläutert, es würden alle Projekte in einem neuen Verfahren nach Wertigkeit und Dringlichkeitsreihung eingestuft.

Hasselroth werde eine Nichtaufnahme in die Liste nicht einfach hinnehmen, betont Bürgermeister Pfeifer. „Der Leidensdruck in der Bevölkerung ist schon längst überschritten“, sagt er.

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