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Schloss Philippsruhe in Hanau gehört zu den Attraktionen.
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Schloss Philippsruhe in Hanau gehört zu den Attraktionen.

Main-Kinzig

Main-Kinzig-Kreis: Werben um neue Bewohner

  • Gregor Haschnik
    VonGregor Haschnik
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Die kreiseigene Tourismus GmbH betreibt jetzt auch Standortmarketing. Die Gästezahlen in Hotels und anderen Unterkünften sind in der Pandemie drastisch eingebrochen.

Wittgenborn ist richtig schön grün, wir sind direkt in der Natur, haben den Weiher um die Ecke, das Vogelkonzert am Morgen und die Landbäckerei vor der Haustür“, sagt Nicole Blos über den Wächtersbacher Stadtteil, in dem sie lebt. Die Marketing-Mitarbeiterin der Kreiswerke in Gelnhausen, die „Öffentliche Wirtschaft“ studierte und sich als echtes Landkind bezeichnet, gehört zu den drei „MKK-Botschafter:innen“, die auf der Internetseite www.main-kinzig.com für den Kreis werben, um ihn als Wohn- und Arbeitsort im Rhein-Main-Gebiet attraktiver zu machen.

Verantwortlich für die Kampagne ist die Spessart Tourismus und Marketing GmbH, die zu 80 Prozent dem Kreis und zu 20 Prozent der IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern gehört. Sie ist in erster Linie für Tourismus, Gastronomie, Hotellerie zuständig, will jetzt aber darüber hinaus verstärkt Standortmarketing betreiben. Die 2016 gegründete Gesellschaft um Geschäftsführer Bernhard Mosbacher hat dabei nach eigenen Angaben vor allem eine Zielgruppe im Blick: junge Familien. Ziel sei es, diese „mittelfristig als Fachkräfte für lokale Unternehmen und Einwohner des Kreises zu gewinnen“. IHK-Hauptgeschäftsführer Gunther Quidde sagt: „Selbst mitten in der Pandemie zeigen unsere Umfragen, dass für 39 Prozent der befragten Unternehmen im Main-Kinzig-Kreis der Fachkräftemangel das größte Geschäftsrisiko ist.“

Zwar ist der Main-Kinzig-Kreis mit rund 420 000 Einwohner:innen bereits Hessens bevölkerungsreichster, doch viele pendeln zum Arbeiten nach Frankfurt, und gerade die Kommunen im östlichen Teil des Kreises bieten freie Immobilien und Platz für Neubauprojekte.

Die Botschafter:innen, zu denen auch Samantha Brückner aus Freigericht und Johannes Seibel aus Maintal gehören, erzählen, weshalb sie hier gerne leben und heben dabei etwa die Nähe zur Natur, zu Spessart und Vogelsberg, das Lebensmittelangebot von regionalen Erzeugern, Ausflugsziele in der Region oder ihre Vereinbarkeit von Familie und Beruf hervor.

Neben dem Werben um neue Bewohner:innen ist die Spessart Tourismus und Marketing GmbH aktuell mit den Folgen der Pandemie beschäftigt: „Mir ist bewusst, dass die Situation sehr schwierig ist für Gastronomen, Unterkunftsbetreiber und viele andere, die vom Tourismus leben“, so Mosbacher. Den Angaben zufolge sank 2020 die Zahl der Übernachtungen im Main-Kinzig-Kreis um 38,2 Prozent auf etwa 888 000, die Zahl der Ankünfte um 51,3 Prozent auf 186 000. In den für den regionalen Tourismus wichtigen Kurorten Bad Orb und Bad Soden-Salmünster wurden 40 beziehungsweise 25 Prozent weniger Übernachtungen gezählt.

Im Sommer und Herbst 2020 seien jedoch viele Gäste in den Spessart gekommen und oft länger als sonst geblieben, sagt Mosbacher. Wohl auch, weil in Corona-Zeiten mehr Menschen in Deutschland Urlaub machen, häufig in der näheren Umgebung. Auch Tagestouren für Wanderer Radfahrer und Mountainbiker seien sehr gefragt gewesen, zeichneten sich als Trends ab. Deshalb bereiten Mosbacher und seine Mitarbeiter:innen für die Zeit nach dem Lockdown entsprechende Aktionen vor, zum Beispiel eine „Dein Tag im Spessart“-Kampagne mit Tipps und Angeboten, eine Plattform für regionalen Reisevertrieb oder „Hirschaktionstage“ in der Gastronomie. Außerdem wird ein Online-Buchungssystem für regionale Freizeitaktivitäten aufgebaut, das corona-konforme Zeitfenster und Kontaktnachverfolgung ermöglicht. gha

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